
Stadtmauer von Methoni am Peloponnes
Hypothek (griech.) = Unterpfand
Im alten Athen setzte der Gläubiger dem Schuldner einen Stein (Hypothekenstein), auf dem die Schuld verzeichnet war, auf den Acker.
Es herrscht allgemein die Vorstellung, die Griechen hätten ihre Bauten in Hausteinen aufgeführt, so wie man das an jedem Tempel sehen kann. Falsch! Die Privathäuser wurden erst ab Mitte des 4. Jahrhunderts (vor Chr.) nicht mehr nur in Lehm aufgeführt, wie sich überhaupt erst in dieser Zeit die Nobilitierung des Privathauses ergab. Vorher aber bestand schon aus wirtschaftlichen Gründen die Notwendigkeit, Häuser zu verpfänden, wie dies heutzutage durch eine Hypothek geschieht. Nun hatten die Griechen keine Grundbücher, also wurde in die Lehmwand des Hauses ein behauener Stein eingebaut, auf dem geschrieben wurde: Dieses Haus des Aristides haftet dem Hippias für 1500 Drachmen. Die Zeit brachte es mit sich, daß der Hypothekenstein im Lehm vom Lehm überdeckt wurde, das Darlehen war zurückgezahlt. Das Haus zerfiel, der Lehm zerfloß, nichts blieb mehr von ihm übrig als der Hypothekenstein.
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