Archiv der Kategorie: literarisch

Rilke

Vielen Dank, liebe Helga, für diesen wunderschönen Stein:

Die meisten Menschen wissen gar nicht,
wie schön die Welt ist
und wieviel Pracht in den kleinsten Dingen,
in einer Blume, einem Stein, einer Baumrinde
oder einem Birkenblatt sich offenbart.

Rainer Maria Rilke (* 4. Dezember 1875 in Prag, Österreich-Ungarn; † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz, eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke) war ein österreichischer Autor und einer der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache. Daneben verfasste er Erzählungen, einen Roman und Aufsätze zur Kunst und Kultur sowie zahlreiche Übersetzungen von Literatur und Lyrik unter anderem aus der französischen Sprache. Sein umfangreicher Briefwechsel bildet einen wichtigen Bestandteil seines literarischen Schaffens.

  • Quelle: Wikipedia
  • Bild: helga-ingo.de (kein Birkenblatt!)

Bismarck

 
Theodor Fontane (1819 – 1898)

Wo Bismarck liegen soll

Nicht in Dom oder Fürstengruft,
er ruh‘ in Gottes freier Luft
draußen auf Berg und Halde,
noch besser tief, tief im Walde;
Widukind lädt ihn zu sich ein:
»Ein Sachse war er, drum ist er mein,
im Sachsenwald soll er begraben sein.«

Der Leib zerfällt, der Stein zerfällt,
aber der Sachsenwald, der hält,
und kommen nach dreitausend Jahren
Fremde hier des Weges gefahren
und sehen, geborgen vorm Licht der Sonnen,
den Waldrand in Efeu tief eingesponnen
und staunen der Schönheit und jauchzen froh,
so gebietet einer: »Lärmt nicht so! –
Hier unten liegt Bismarck irgendwo.«

  • Quelle: Wikisource / Wikipedia

Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein meerumschlungen (oder das „Schleswig-Holstein-Lied“; der kaum bekannte Titel lautet eigentlich „Wanke nicht, mein Vaterland“) ist die Hymne Schleswig-Holsteins. Sie wurde 1844 beim Schleswiger Sängerfest vorgestellt. Die Melodie stammt von dem Schleswiger Kantor Carl Gottlieb Bellmann (* 1772; † 1862). Ein ursprünglich vom Berliner Rechtsanwalt Karl Friedrich Straß (* 1803; † 1864) geschriebener Text wurde kurz vor dem Fest von dem Advokaten Matthäus Friedrich Chemnitz (* 10. Juni 1815 in Barmstedt in Holstein; † 15. März 1870 in Altona) fast vollkommen neu geschrieben, um der damaligen Stimmung gerecht zu werden. In dem Lied wird der Wunsch nach einem geeinten, unabhängigen und einem deutschen Schleswig-Holstein besungen. 

  1. Weiterlesen

Wunschstein

Manche Wünsche haben wir in der Kindheit begraben, still unter einen Stein gelegt. Lange Zeit haben wir den Stein noch heimlich besucht, bis wir den Wunsch und den Stein endlich vergaßen. Eines Tages aber kommen wir zufällig an diese Stelle im Garten vorbei und entdecken: Der Stein lebt, Moos und Gras wachsen darauf.

  • Theodor Fontane (1819 – 1898)

Lüneburger Heide

 

 Auf Lüneburger Heide,
 Da steht der alte Stein,
 Daneben die alte Eiche,
 Sie mag wohl tausendjährig sein.
 
 Gesellen ziehn vorüber
 Im Lenz mit frischem Sang;
 Sie singen von deutscher Freiheit,
 In heller Luft verhallt der Klang.
 
 Da spricht der Stein zur Eiche,
 Als wacht‘ er auf vom Traum:
 „Ging nicht vorbei die Freiheit?
 Wach‘ auf, wach‘ auf, du deutscher Baum!“
 
 Und durch des Baumes Krone,
 Da fährt ein Windesbraus,
 Die moosigen Äste schlagen
 In tausend jungen Augen aus!
 
 Da spricht zum alten Steine
 Der frisch ergrünte Baum:
 „Klang nicht das Lied der Einheit?
 Wie, oder war’s des Windes Traum?“
 
 Die Sänger sind gezogen
 Fernhin durchs Heidekraut.
 Die Eiche hat ihnen von oben
 Gar lang und traurig nachgeschaut.
 
 Den letzten Ton in Lüften
 Hat sie verhallen gehört,
 Dann hat sie rauschend die Äste
 Vom welken Laub im Zorn geleert.
 
 „Nun will ich wieder schlafen,“
 Spricht sie zum alten Stein,
 „Du wunderlicher Träumer
 Sollst mir nun einmal stille sein!“
 

  • Keller, Gottfried (1819-1890)
  • Danke, liebe Helga, für diesen wunderschönen Stein – eine Bereicherung für mein Steinreich!