Solnhofener Plattenkalk

Archaeopteryx bavarica in Solnhofener Plattenkalk
Foto aus Wikipedia, Urheber: Luidger
Archaeopteryx bavarica in Solnhofener Plattenkalk

Solnhofener Plattenkalk oder auch Solnhofener Kalkstein ist die Bezeichnung für einen Naturwerkstein des Altmühljura. Er wird im Handel auch kurz als Solnhofener bezeichnet. Die lithostratigraphische Gesteinseinheit der Solnhofen-Formation wird zu einem großen Teil aus Solnhofener Plattenkalk aufgebaut.

Vorkommen und Entstehung
Solnhofener Plattenkalk kommt in der Region um Solnhofen, in Mittelfranken und im Westen von Eichstätt in Oberbayern vor. Entstanden ist er durch schichtweise Ablagerungen in periodisch vom Meer mit frischem Wasser gefluteten Lagunen in der Zeit des Oberjura. In diesen Lagunen war der Salzgehalt bedeutend höher, dadurch wurden Tiere und Pflanzen an der Verwesung gehindert und blieben auch in Details als Versteinerungen erhalten.

Geschichte des Abbaus
Bereits die Römer verwendeten im 1. und 2. Jh. diesen Kalkstein für einen Boden in Theilenhofen, einem Ort bei Weißenburg in Bayern. Es sollen sich auch Solnhofener Platten in der Hagia Sofia in Istanbul befinden. 1674 erließ der Fürstbischof Marquard Schenck von Castell eine erste Steinbruchordnung, da der Abbau stets zunahm und eine Kontrolle erforderte. Als 1796 Alois Senefelder die Lithografie (Steindruck) erfand, entwickelte sich eine übergroße Nachfrage nach diesem Gestein. Für den Steindruck werden besonders dicke Platten erforderlich, da der Druck mittels Pressen erfolgt. Besonders gute Lithografiesteine wurden bei Horstberg in der Nähe von Mörnsheim und im Hartbruch gewonnen.

Gesteinsbeschreibung und Gewinnung
Es handelt sich um einen dichten, cremefarbenen bis ockergelben Kalkstein, der plattig abgesondert wurde. Auf den Schichtflächen finden sich teilweise Dendriten, die entweder aus Eisen- oder Manganoxidation entstanden sind und als versteinerte Farne erscheinen.

Die Solnhofener Kalkplatten werden in Steinbrüchen gewonnen. Die Arbeitsweise ist aufgrund des geschichteten Gesteins, das keinen Maschineneinsatz zulässt, seit Jahrhunderten unverändert. Die Hackstockmeister brechen den Stein mit Pickeln aus dem Steinbruch und erhalten so ein Paket, das mehrere geschichtete Platten enthält. Diese werden mit Hammer und Meißel gespalten und in Paletten in das Werk transportiert. Dort werden sie entweder weiter bearbeitet oder sie gelangen im Rohzustand als Platten mit bruchrauer Oberfläche in den Handel.

Verwendung
Der größte Anteil der Solnhofener Platten wird seit vielen Jahrhunderten und weltweit für Boden- und Treppenbeläge, Wandfliesen oder für historische Grabmale, vor allem Epitaphe in historischen Gebäuden verwendet, sowie regional und vor allem historisch als Kalkplattendach beim sogenannten Jurahaus. Größere Bekanntheit und Verwendung erlangte Solnhofener Plattenkalk durch die Erfindung der Lithographie (Bilderdruck für Bücher, Landkarten etc.) durch Alois Senefelder, wofür die Feinkörnigkeit des Solnhofener Plattenkalks Voraussetzung war.

Es ist einer der dichtesten Kalksteine, der sich im Handel befindet. Sein Verwitterungsverhalten ist mäßig, denn er neigt beim Außenverbau zu Anlösungen, Aufrauungen bis hin zu Abplatzungen und Ausbrüchen. Er ist für den Innenausbau gut geeignet.

Das Kaisergrab von Heinrich II. und Kunigunde im Bamberger Dom und das Grabmal von Aloisius Senefelder bestehen aus Solnhofer Plattenkalk. Im 16. und 17. Jahrhundert war Solnhofener Stein ein bei Künstlern beliebtes Material für kleinformatige Reliefs.

Fossilien
Die Solnhofener Plattenkalke gelten als eine der bedeutendsten Fossillagerstätten der Welt. Hier wurden alle zehn bisher bekannten Exemplare des als „Urvogel“ bezeichneten gefiederten Dinosauriers Archaeopteryx gefunden. Diese Fossilien machten den Solnhofener Plattenkalk international bekannt, auch wegen der oft erhaltenen Details (Weichteile, Pflanzenteile, Libellenflügel, Federn etc). Bedeutende Museen sind in Eichstätt im Jura-Museum auf der Willibaldsburg und im Museum Bergér in Eichstätt-Harthof, sowie im Bürgermeister-Müller-Museum in Solnhofen. Eine weitere Sammlung befindet sich im Museum für Mineralogie und Geologie Dresden.

Auch Nicht-Archäologen (z.B. Familien) können sich, in besonders ausgewiesenen Steinbrüchen, an der Fossiliensuche beteiligen. Selbst gefundene Fossilien können im Regelfall behalten werden.

Quelle Text: Wikipedia

6 Gedanken zu „Solnhofener Plattenkalk

  1. Helmut

    UUUUUUUUIIIIIIII, das erinnert mich an meinen ersten Radlurlaub im Altmühltal, vor vielen hundert Jahren. Und am Ende des Urlaubs suchten wir einen Steinbruch auf, um schöne Steinchen zu finden…. So ein seltenes war natürlich nicht dabei.

    Liebe Grüße aus Baden
    Helmut

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  2. Brigida

    DAAAANNNNNKKKEEEEE, für diesen Beitrag…Ach was birgt Solnhofen für tolle Erinnerungen…. Das Altmühl-Tal, die diversen Steinbrüche, die Erfolgserlebnisse….das Hotel Adler(?) in Solnhofen….herrlich…. Dort treffen sich nicht nur Fossiliensammler, sondern auch Fahrrad-Touristen, denn die Wege an der Altmühl vorbei eignen sich hervorragend für weite Touren… Die Gegend ist wunderschön…. Habe einiges von dort zu Hause, auch einen Fisch, der müsste noch mehr herausgearbeitet werden, aber mir genügt er so, wie er ist…
    glg Brigida

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  3. Brigida

    Nochmal ich, ja die Museen haben wir natürlich auch besucht – auch Eichstätt haben wir besucht. In der ganzen Gegend war kein Steinchen sicher vor uns;o)
    glg Brigida

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  4. Jutta

    Ja da schau her…..Solnhofener Fossilien. Das Museum in Eichstätt kenne ich gut, ist ja nicht so weit weg von mir. Mit der Schule durften wir mal eine Firma besuchen, in der wir die Bearbeitung der Platten sehen konnten…aber ich war noch nie in einem Steinbruch zum Suchen..wird vllt. mal Zeit :-))

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  5. Elke

    Und in diesem Jahr mache ich gaaanz bestimmt mal einen Ausflug in die Grubel Messel – großes Indianerehrenwort.
    LG – Elke

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