Danke, liebe Eveline – möge Dich dieser Hexensteinwurf für alle Hexen dieser Welt immun machen!

Über den auffallend großen Stein mitten in der Wiese, den Hexenstein, erzählt eine Sage:
Auf dem großen Hexenstein in den Gantellen wohnt seit undenklichen Zeiten die Vorsteherin der Hexenzunft, ein uraltes hässliches Weib mit bösen Augen, blauen Lippen und struppigen Haaren. An Donnerstagen ruft sie das ganze Hexenvolk zusammen und es beginnt ein Hexentanz, wozu Katzen aufgeigen. In der Mitte des Platzes stehen auf einem Tisch guter Wein und die herrlichsten Speisen.
Einmal sah eine Magd dieses Treiben und es gefiel ihr derart, dass sie lange Zeit am Fenster stand und zuschaute. Da kam plötzlich ein schönes Fräulein herangeflogen und lud sie ein. Munter tanzte die Dirne die ganze Nacht, bis der Morgen andämmerte. Dann wurden plötzlich die Gesichter der Hexen blass und gelb, die Hexenmeisterin gab ein Zeichen und blitzschnell waren alle von dannen gefahren. Sie hatten höchste Zeit gehabt, denn alsbald läutete die Aveglocke. die Magd befand sich mutterseelenallein auf den Gantellen und die köstlichsten Speisen hatten sich in stinkenden Dünger verwandelt.
- Gekürzte Version aus: Zingerle Ignaz von „Sagen aus Tirol“, Graz 1976
- Foto: Luposine im Passeiertal
- Der Hexentanz auf Gandellen – ausführlichere Fassung




