Burg Frankenstein (Pfalz)

Beate hat eine Plauderpause dazu genutzt, hier einen Stein hereinzuschieben.
Herzlichen steinreichen Dank 🙂 und GrĂŒsse an alle PfĂ€lzerInnen 😀

Burg Frankenstein (Pfalz)
Foto aus Wikipedia, Urheber: Emil

Die Ruine der Burg Frankenstein steht auf einem Bergsporn oberhalb der Gemeinde Frankenstein in Rheinland-Pfalz und gehört damit zu dem Typus der Spornburgen. Ihren Namen erhielt sie von dem dort ansÀssigen edelfreien Geschlecht derer von Frankenstein.

Geschichte
Der Name Frankenstein wird mit dem Edelfreien Helenger von Frankenstein 1146 erstmals urkundlich erwĂ€hnt. Historiker gehen jedoch davon aus, dass die GrĂŒndung der Burg bereits frĂŒher stattfand, da einzelne Schriften von der Errichtung eines Turmes um 1100 berichten.

Besitzer dieses Bergfrieds war das Kloster Limburg, das die Sicherung der Straße nach Speyer, DĂŒrkheim und Worms zu gewĂ€hrleisten hatte. Das Kloster beauftragte 1205 die Grafen von Leiningen, bereits mit dem Amt des Schutzvogtes fĂŒr das Klosters betraut, mit der Wahrnehmung dieser Aufgabe. Diese ließen die Anlage zu Beginn des 13. Jahrhunderts ausbauen und erweitern, wobei das enge FelsengelĂ€nde dazu fĂŒhrte, dass die Burganlage stufenförmig gebaut werden musste.

In der Zeit von 1204 bis 1231 wurden die Ritter Marquard, Friedrich und Helenger von Frankenstein als Verwaltungs- und Burgmannen der Leininger Grafen in Urkunden genannt.

Um 1390 wurde Burg Frankenstein zu einer Ganerbenburg, indem das Kloster die HĂ€lfte der Burganlage an die Herren von Einselthum verpfĂ€ndete. Teile dieser Pfandschaft ĂŒbernahmen 1414 (andere Quellen berichten von 1404) und 1416 die Grafen von Nassau-SaarbrĂŒcken und Leiningen-Hardenburg. Die drei Parteien einigten sich durch Losentscheid, wie die Bauteile der Burg als Einzelbesitz exakt aufgeteilt werden und welche GebĂ€ude im gemeinschaftlichen Besitz verbleiben sollten.

In der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts wurde die Burganlage bei Auseinandersetzungen zwischen dem KurfĂŒrsten Friedrich I. von der Pfalz und dem Grafen Ludwig I. von Pfalz-ZweibrĂŒcken in Mitleidenschaft gezogen, war aber im Jahre 1504 zumindest teilweise noch bewohnbar.

Weitere Zerstörungen folgten vermutlich 1512, als der Graf von Nassau im Auftrag Kaiser Maximilians I. zwecks Vollzug der ĂŒber Graf Emich VIII. von Leiningen-Hardenburg verhĂ€ngten Reichsacht die Burganlage einnahm.

WĂ€hrend des Deutschen Bauernkrieges wurde die Burg 1525 erneut zerstört und galt ab 1560 als unbewohnbar. Bereits fĂŒnf Jahre zuvor war durch das Erlöschen der von Einselthum deren Anteil an die Herren von Wallbrunn ĂŒbergegangen. Obwohl die Anlage nicht mehr zu Wohnzwecken diente, erfĂŒllte sie aber durch ihre vorteilhafte Lage weiterhin militĂ€rische Zwecke.

Im DreißigjĂ€hrigen Krieg nahm der spanische HeerfĂŒhrer Ambrosio Spinola die Burg ein. Davon zeugen erhaltene FlugblĂ€tter, die den Verlauf der kriegerischen Ereignisse in der kurpfĂ€lzischen Region dokumentierten. Aufgrund der dortigen Darstellung ist davon auszugehen, dass die Eroberung der Anlage schon zu einem relativ frĂŒhen Zeitpunkt des Krieges, zum Beispiel im September oder Oktober 1620 stattgefunden hat. Bei der insgesamt 20 Mal wiedergegebenen Kartusche der Burg handelt es sich um ihre Ă€lteste bekannte Darstellung. Sehr wahrscheinlich fand eine kampflose Übergabe der unbeschĂ€digten GebĂ€ude statt. Die Spanier stationierten möglicherweise, wie ĂŒblich, eine kleine Besatzung in der Anlage, um ihren Tributforderungen Nachdruck zu verleihen. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde die Anlage dann stark beschĂ€digt.

WĂ€hrend des Spanischen Erbfolgekrieges nutzen französische Truppen Burg Frankenstein als Unterkunft. FĂŒr die französischen Soldaten wurde 1703 in der Burgkapelle nachweisbar ein Gottesdienst abgehalten, was darauf schließen lĂ€sst, dass die Kapelle zu jener Zeit noch in einem brauchbaren Zustand gewesen sein muss.

1706 gelangte der nassauisch-saarbrĂŒckische Besitzanteil an Burg Frankenstein an die Kurpfalz.

Die wĂ€hrend der französischen Revolutionskriege besetzten linksrheinischen Gebiete der Pfalz – und damit auch die Burg Frankenstein –, kamen als Resultat des Wiener Kongresses wieder in den Besitz des Königreichs Bayern, das in den Jahren 1883/84 und 1938/39 die Ruine sanieren sowie baulich sichern ließ.

Nachdem die Ruine Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz geworden war, nahm deren staatliche Burgen- und Schlösserverwaltung (heute: Burgen, Schlösser, AltertĂŒmer Rheinland-Pfalz) von 1971 bis 1974 sowie 1988/89 archĂ€ologische Untersuchungen, Restaurierungs- und Erhaltungsmaßnahmen vor, wobei Fundamente einer bislang unbekannten Schildmauer freigelegt wurden. Im Zuge der Arbeiten wurden unter anderem auch die beiden oberen Stockwerke des Saalbaus wieder aufgemauert und der Erker des Kapellenbaus rekonstruiert.

Beschreibung
Die heute erhaltene Ruine besteht grĂ¶ĂŸtenteils aus den Überresten des einst zur Unterburg gehörenden, dreiteiligen Palas aus dem 13. Jahrhundert, der ĂŒberwiegend aus spĂ€tstaufischer bzw. frĂŒhgotischer Zeit stammt. Bauhistorisch wertvoll sind hier vor allem seine Lanzettfenster und die erhaltene, mehrgeschossige Kaminanlage seines Mittelteils.

Die Überreste der Oberburg sind ĂŒber eine Felsentreppe zu erreichen. Sie bestehen vornehmlich aus der Ruine des von der ursprĂŒnglichen Wehranlage stammenden Wartturms aus dem 12. Jahrhundert.

Die Burg Frankenstein ist Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz und kann jederzeit unentgeltlich besichtigt werden.

Quelle Text: Wikipedia

6 Gedanken zu „Burg Frankenstein (Pfalz)

  1. Ocean

    🙂 guten Morgen, liebe Helga,

    das wĂ€r wieder mal genau ein Ausflugsziel fĂŒr uns … solche Burgen find ich faszinierend. Mal schaun, wie weit das von uns entfernt ist – mĂŒĂŸte eigentlich noch machbar sein 🙂 super, danke Euch beiden fĂŒr den Tipp 🙂

    Sonnige GrĂŒsse zu dir ..ich wĂŒnsch dir eine schöne restliche Woche,

    Ocean 🙂

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  2. Gabriela

    Danke fĂșr den Gruss, auch wenn ich nicht mehr in BurgnĂ€he weile – aber die Erinnerung an den Besuch und die Herkunft zĂ€hlen sicherlich auch 🙂

    Ausserdem wollte ich somit kundtun, dass ich weiterhin hier vorbeistolpere und sende einen frĂŒhlingsfrischen Sonnengruss zurĂŒck 🙂

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  3. Helmut

    D Woi un d Palz – Gott erhalts

    Jo, was e Glick sinn die PĂ€lzer ned so weid vun Bada. Schließlich bilden wir ja auf ĂŒberregionaler Ebene eine Staatengemeinschaft mit denen. ElsĂ€sser sin a noch dabei. Des gonze nenne se PAMINA = PA (Pfalz) MI (Mittlerer Oberrhein) NA (Nord Elsass). Guck jetsch waisch a des. So eine Burg ist immer was faszinierendes…

    Gruß aus dem Großherzogthum Baden
    Helmut

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  4. Sonnenwanderin

    Hallo du Liebe,

    ich habe mich gerade sehr gefreut, dich bei mir zu lesen. Dank dir lieb fĂŒr deine Zeilen.

    Burgen haben es mir seit jeher angetan. Da ich im Mai Urlaub habe und doch nicht in die Schweiz fahren kann, kommt dein Steinchen gerade Recht fĂŒr Planungen.

    Ich wĂŒnsche dir ein rundum schönes Wochenende und grĂŒĂŸ dich ganz lieb.

    Herzlichst,
    die Wanderin

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