Bligger von Steinach

Bligger von Steinach
Foto aus Wikipedia
Bligger von Steinach in der Darstellung im Codex Manesse (um 1300)

Bligger von Steinach (urkundlich vielleicht von 1174-1209; gestorben wohl nach 1209) war ein deutscher Minnesänger. Er war ein rheinfränkischer Edelherr mit Sitz zu Neckarsteinach.

Personen des Namens Bligger von Steinach sind mehrfach am Hofe und in der Begleitung von drei Kaisern (Friedrich I. Barbarossa, Heinrich VI. und Otto IV.) bezeugt.

Die Trennung der urkundlichen Bezeugungen „Bligger von Steinach“ 1142 bis 1209 fällt schwer. Während die bisherige Forschung in Bligger II. (urkundlich 1152-1174, 1178?) den Dichter sehen wollte, argumentierte Meves 1993 für Bligger III. (urkundlich ab 1174).

Von Bligger von Steinach sind zwei Minnelieder (in den Handschriften B und C) und – nur in der Manessischen Liederhandschrift C – ein Spruch von 15 Versen überliefert. C enthält auch ein Autorenbild von ihm.

Gottfried von Straßburg und Rudolf von Ems haben ihn als einen der bedeutendsten Dichter ihrer Zeit gerühmt. Ihr bei Gottfried in Metaphern des Stickens und Spinnens gekleidetes und von Rudolf nachgeahmtes Lob bezieht sich auf eine verschollene epische Dichtung der umbehanc, über deren Inhalt nichts bekannt ist. Spekulativ hat man in der Forschung verschiedene Texte, insbesondere das sogenannte Ainune-Fragment in einer verschollenen Handschrift aus dem Bodenseekloster Salem damit in Verbindung gebracht.

Die neuerdings von dem Historiker Heinz Thomas wieder aufgegriffene These, Bligger sei der Autor des Moriz von Craûn, wird allgemein abgelehnt.

In jüngerer Zeit haben der Lokalhistoriker Dr. Hans-Jürgen Breuer und sein Bruder, der Germanist Dieter Breuer, Spezialist für frühneuzeitliche Literatur, die ältere These wiederbelebt, dass Bliggers verschollenes Werk das Nibelungenlied sei. In der einschlägigen Nibelungenforschung ist diese These von Joachim Heinzle und anderen abgelehnt worden.

1827 publizierte August Leibrock einen historischen Roman Bligger von Steinach der Geächtete. Eine Geschichte aus den Zeiten der Kreuzzüge.

Quelle Text: Wikipedia

5 Gedanken zu „Bligger von Steinach

  1. Ocean

    Guten Morgen, liebe Helga .. faszinierend ..und Stichworte bzw. Orte, die unbedingt wieder mal „Aufmerksamkeit“ verdienen. Neckarsteinach, ein schöner Ort – und in Salem waren wir vor Jahren auch mal – der Bodensee wär mal wieder ein lohnenswertes Ziel!

    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende,
    Liebe Grüsse an dich,
    Ocean

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  2. Elke

    Hallo liebe Helga,
    also ich kenne eigentlich nur Walther von der Vogelweide, aber es muss im Mittelalter ja viele Minnesänger gegeben haben. Immerhin ist mir in Frankfurt-Harheim auch der Bernger von Horheim untergekommen (Berengerius de Orehem), der vermutlich eher nicht aus Frankfurt stammte sondern aus Horheim bei Vaihingen. Da wurde sicher auch vieles wieder vergessen. Schön, dass du solche Sachen ausgräbst.
    Lieben Gruß
    Elke

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  3. Kerstin

    Ohja, da gabs bestimmt etliche Minnesänger zur damaligen Zeit, aber so ein richtiger „Star“ ist wohl nur der Walther geworden *gg*

    Bligger sagt mir leider gar nix. Aber mein Interesse ist geweckt!! Schon alleine der Vorname!!

    Ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Kerstin

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  4. Eva

    Jetzt musste ich mich doch mal ein wenig über Rheinfranken schlau machen …. was es nicht alles gibt …. der Minnesänger gefällt mir …. Pegnitzfrankengrüße von der Waldeva 🙂

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