Pobiti Kamani

Pobiti Kamani
Foto aus Wikipedia, Urheber: Milen Laskov, www.imagesfrombulgaria.com

Pobiti Kamani (bulgarisch Побити камъни) ist eine weit gestreute Gruppe von Steinformationen in Bulgarien. Die Nord-Süd-Ausdehnung des Areals beträgt 8 km, die Ost-West-Ausdehnung 3 km. Die Steinformationen befinden sich einen Kilometer östlich von Dewnja, 18 km westlich von Warna und erstrecken sich über eine Fläche von 7 qkm.

Lage
Die Steinformationen Pobitite kamani liegt zu beiden Seiten der Landstraße Warna – Sofia(E-70), zwischen den Dörfern Slantschewo, Banowo und Straschimirowo und dem Stadtbezirk Poweljanowo, einem Stadtteil von Dewnja. Die Steinformationen sind in einzelnen Regionen stärker konzentriert:

Diklitasch-Gruppe,
Banowo-Gruppe (in der Nähe des gleichnamigen Dorfes),
Slantschewo-Gruppe (in der Nähe des gleichnamigen Dorfes),
Straschimirowo-Gruppe,
Beloslaw-Gruppe,
Kanarata,
Karierata,
Kuwanlaka,
Stanzijata.
Die Diklitasch-Gruppe (bulg. Дикили Таш; Name aus dem türk. entlehnt) ist die größte, beeindruckendste und am besten erhaltene Formation . Hier stehen über 300 Steinsäulen auf einem langen schmalen Streifen (ungefähr 850 mal 120 m) angeordnet. Durch den nördlichen Teil dieser Gruppe führt die E-70. weitere 50 Steinsäulen stehen etwas weiter südlich in einer kleineren Gruppe.

Die Straschimirowo-Gruppe liegt südlich von der Diklitasch-Gruppe und besteht aus vier Reihen, die in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Hier haben die meisten Säulen eine deutliche Verdickung in der Mitte.

Die Steinsäulen
Bei dieser Steinformation handelt es sich um ein seltenes Naturphänomen. Es sind Steinsäulen von 5 bis 7 m Höhe (einige bis 10 m Höhe) und einer Dicke von 30 cm bis 3 m, mit ganz unterschiedlichen Querschnitten. Einige der Säulen sind in zwei oder mehr Teile zerbrochen. Sie stehen verstreut und in Gruppen in der Landschaft, so als ob sie eine gewaltige Kraft absichtlich in den Sand gerammt hat. Daher auch der Name Pobitite kamani, was sich etwa mit „Die reingerammtn Steine“ oder „Die eingeschlagenen Steine“ übersetzen lässt. Wegen der Ähnlichkeit mit einem versteinerten Wald wird auch gelegentlich die Bezeichnung Steinwald (engl. Stone forest) verwendet, nicht zu verwechseln mit dem Steinwald, einer Karstlandschaft, im autonomen Kreis Shilin in China.

Die Säulen haben keine feste Unterlage. Sie sind hohl und mit Sand gefüllt. Neben den sichtbaren Säulen gibt es weitere Säulen, die im Erdreich verborgen sind. Diese verborgenen Säulen sind im Untergrund in drei Etagen angeordnet. Lediglich bei der Säulengruppe Karierata sind diese Etagen freigelegt, so dass dort insgesamt vier Schichten von Säulen sichtbar sind, die sich insgesamt über eine Höhe von 25 m erstrecken. Jede Schicht steht auf eine eigenen Basisschicht aus Kalkstein, die wahrscheinlich alle den gleichen Entstehungsmechanismus haben.

Die Freilegung der unteren Etagen bei der Gruppe Karierata ist zum Teil auch von Menschenhand erfolgt. Hier war auch eine Sandgrube, die jetzt aber nicht mehr in Betrieb ist.

Die Steinsäulen waren in früheren Zeiten ein heiliger Platz. Erstmals dokumentiert wurden sie 1829. Um dieses Naturphänomen zu erhalten, wurde es 1937 zum Schutzgebiet erklärt („nationale Natursehenswürdigkeit“).

Viele Steinsäulen erinnern an Tiere oder Menschen und bekamen entsprechende Namen:

„Der Steinwächter“,
„Das Kamel“,
„Der Thron“,
„Der Steinwald“,
„Der Löwe“,
„Der Wasserfall“.

Ursprung
Über den Ursprung der Formationen, die unter dem Meeresboden vor 50 Millionen Jahren im unteren Eozän entstanden sind, gibt es zwei Gruppen von Hypothesen.

Einerseits wird ein organischer Ursprung vermutet und die Entstehung auf Ablagerungen von Korallen und Algen zurückgeführt. Andererseits wird ein mineralischer Ursprung vermutet, wobei die Verwitterung primatische Steinformationen gebildet hat, ähnlich dem Giant’s Causeway in Nordirland. Auch die Bildung von Sand-Kalkablagerungen wird als Ursache vermutet.

Freigelegt wurden diese Formationen durch Erosion und tektonische Hebungen.

Quelle Text: Wikipedia

Ein Gedanke zu „Pobiti Kamani

  1. Elke

    Jede Menge schiefe Türme – jetzt weiß ich, wo der Architekt aus Pisa seine Inspirationen her hatte.
    Lieben Gruß
    Elke

    Antworten

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