Mamallapuram

Gestern gab es Krishnas Butterball, heute gibt’s den dazugehörigen Tempel.

Mamallapuram
Foto aus Wikipedia, Urheber: Bernard Gagnon
Flachrelief „Herabkunft des Ganges“

Mamallapuram (Tamil: மாமல்லபுரம் Māmallapuram) oder Mahabalipuram (மகாபலிபுரம் Makābalipuram) ist ein Dorf 60 km südlich von Chennai (Madras) an der Koromandelküste im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Hier findet sich einer der wichtigsten archäologischen Fundorte Südindiens. Der Tempelbezirk von Mamallapuram gehört seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Namensformen Mamallapuram und Mahabalipuram sind gleichermaßen gebräuchlich. Mamallapuram ist nach dem Pallava-König Narasimhavarman I. (630–668) benannt, welcher den Beinamen Mahamalla („großer Ringer“) trug. Der Name Mahabalipuram ist eine Verballhornung, die auf den mythischen Dämon Mahabali Bezug nimmt.

Geschichte
Die Tempel, die am Strand auf Fels errichtet wurden, entstanden zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert unter der Herrschaft der den Tamilen zugerechneten Pallava-Dynastie. Sie wurden aus Felsen herausgemeißelt. Während dieser Zeit war Mamallapuram einer der wichtigsten Hafenstädte des gesamten tamilischen Reiches. Die Heiligtümer dienten zu dieser Zeit daher nicht nur als Tempel, sondern mit Leuchtfeuern auch als Navigationshilfe für Seefahrer. Auf den in den Fels gemeißelten Reliefs sind Sagen, Mythen und Alltagsszenen dargestellt. Viele dieser Reliefs sind heute unter dem Einfluss des Seeklimas zum Teil zerfallen. In einigen der Tempel stehen ebenfalls Götter- und Tierskulpturen. Viele Bauwerke blieben jedoch unvollendet. Nach dem Fall des Tamilenreichs verbreitete sich der Shivaismus, weshalb die meisten der Heiligtümer dem hinduistischen Gott Shiva geweiht sind.

Der Tempelbezirk
Der Tempelbezirk umfasst eine große Zahl hinduistischer Monumente, die den Göttern Shiva und Vishnu, aber auch Krishna und den Helden der Mahabharata gewidmet sind. Die drei bedeutendsten sind: Die Herabkunft des Ganges oder Die Buße des Arjuna, Der Küstentempel und Die Pancha Ratha des Südens

Flachrelief „Herabkunft des Ganges“
Die Herabkunft des Ganges ist ein im 7. Jahrhundert entstandenes Flachrelief, eines der größten (vielleicht das größte) der Welt. Die Skulpturen, die zwei riesige Felsen auf einer Fläche von 27 Meter Länge auf 9 Metern Höhe bedecken, stellen den Lauf des Ganges vom Himalaya aus so dar, wie es das Panchatantra beschreibt.

Die Legende berichtet, dass der König Bhagiratha den Ganges vom Himmel fließen ließ, um die Seelen seiner Vorfahren zu reinigen. Aber die Dinge geschahen nicht wie geplant und der König bemerkte, dass der Fluss die ganze Erde überschwemmen würde. Daher tat er Buße mit dem Ziel, Hilfe von Shiva zu erhalten, um die zu erwartende Katastrophe abzuwenden. So stieg der Gott zur Erde hinab und bezwang den Ganges, indem er ihn durch sein Haar fließen ließ. Dieses Wunder lockte eine Menge Wesen an, die kamen, um es zu beobachten.

Der Spalt zwischen den beiden Felsen ist der berühmteste Teil des Flachreliefs; hier findet sich die Abbildung Shivas. Darunter findet man Ruinen eines Wassertanks, die vermuten lassen, dass einst hier Wasser geflossen ist, das den Ganges darstellen sollte. Neben zahlreichen göttlichen Abbildungen stellt das Relief das dörfliche Leben Indiens im 7. Jahrhundert dar. Im oberen Teil, rechts von dem Spalt, sieht man den Spender und Mäzen Pallava-König Mahendravarman (580-630) in Gesellschaft seiner drei Ehefrauen. Darunter ist eine Yogi-Katze in Meditationsstellung zu sehen, umtanzt von Mäusen. Die Szene stellt eine Redensart der indischen Volksweisheit dar, die rät, falschen Sadhus zu misstrauen.

Dieses Relief wird mitunter auch als „Buße des Arjuna“ bezeichnet. Seine Interpretation ist noch nicht endgültig geklärt.

Der Küstentempel
Den Überlieferungen zufolge ist der Küstentempel der einzige erhalten gebliebene aus einem Komplex von sieben Tempeln, die Ende des 8. Jahrhunderts durch den Pallava-König Rajasimha Narasimhavarman II. erbaut wurden. Der Komplex soll sich über 10 Kilometer entlang der Küste erstreckt haben.

Der Tempel, der 12 Jahrhunderte an seinem küstennahen Standort erlitten hat, wird inzwischen durch eine Einfriedung sowie Wellenbrechern aus Felsbrocken vor der Erosion geschützt. Diese durch die Regierung Indira Gandhis errichteten Blöcke ließen den Tempel die Tsunami-Welle vom 26. Dezember 2004 überstehen. Doch besteht die Möglichkeit, dass diese Welle, die große Mengen Sand bewegt hat, zu neuen Entdeckungen über die Ursprünge dieser Stätte führen wird.

Die Pancha Ratha des Südens
Die fünf Rathas – Yudhishthira (oder Dharmaraja), Bhima, Arjuna, Draupadi und Nakula-Sahadeva – sind monolithische Monumente verschiedener Größe und Formen, ausgehoben aus einem kleinen Hügel südlich des Dorfes.

Der Begriff „Ratha“ wird hier nicht sinngemäß angewandt: er bezeichnet eigentlich für Prozessionen genutzte Wagen. Die Ratha von Mamallapuram haben jedoch keine Räder, im Gegensatz zum Tempel des Surya in Konarak, der in Form eines Wagens mit Rädern, gezogen von Pferden gestaltet ist.

Zuoberst aus der Spitze des Hügels wurde der Dharmaraja gearbeitet, in nach unten hin kleiner werdender Reihe folgen Bhima, Arjuna und Draupadi. Der Sahaveda wurde aus einem etwas größeren Felsen westlich des Draupadi geschlagen. Gerade vor dem Draupadi stehen zwei kleinere Felssklupturen, eine in Form eines Elefanten, der andere in Form eines Löwen, dem „Fahrzeug“ Durgas. Hinter Draupadi und Arjuna, die auf einer gemeinsamen Plattform stehen, findet sich Nandi, ein Rind, das Fahrzeug Shivas.

Diese Ratha stellen als architektonische Modelle die Tempelformen dar, wie sie zur Zeit ihrer Entstehung genutzt wurden, die aber aus vergänglichen Materialien gebaut waren.

Merkmale der Pancha Ratha
Draupadi, in Form einer Hütte mit Strohdach, geweiht der Durga
Arjuna, in Form einer Pyramide, sicher Shiva gewidmet, wie die Anwesenheit des Stiers Nandi nahelegt.
Bhima, ein Stufentempel, Vishnu geweiht
Dharmaja (oder Yudhishthira), gekrönt von einer dreistufigen Pyramidenstruktur, unvollendet, Shiva geweiht, ist der einzige Ratha, der eine Inschrift trägt, die den Pallava König Narasimhavarman I. erwähnt.
Nakula-Sahadeva, unvollendet, Indra gewidmet

Andere Monumente
Es gibt andernorts in Mamallapuram noch vier weitere Ratha. Eine große Zahl von Tempeln, einige aus Felsen gemeißelt, sind ebenfalls über das Dorf verstreut. Auch findet sich im Dorf ein riesiger, etwas kugelförmiger Felsbrocken, der als „Krishnas Butterball“ bekannt ist.

Quelle Text: Wikipedia

4 Gedanken zu „Mamallapuram

  1. Quizzy

    Die in Elfenbein geschnitzten indischen Elefanten haben mir schon immer gefallen, das es solche Kunstwerke bereits im 7. Jahrhundert als Steinreliefs gibt, wusste ich bisher noch nicht!
    Und nachdem ich mich jetzt kurz dem Fernweh hingegeben hab, werd ich mich wohl langsam bürofein machen, um das nötige Kleingeld für meine Reisewünsche zu verdienen … 😉
    Liebe Grüße
    Renate

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  2. Quizzy

    … und dass ich noch nicht richtig wach bin, erkennt man(n) daran, dass ich da oben das Doppel-S vergessen hab, das ich hiermit nachreiche … 😉
    Ach, der ganze Satz gfallt mir nimmer, das „gibt“ muss eigentlich in die Vergangenheit … was soll’s, gschriebn is gschriebn! 😀

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  3. Eva

    wollte nur mal melden, dass es mich noch gibt *g* …. bin mal ausnahmsweise nicht in Frkf. oder Krankenhaus …. mein Vater wurde gestern entlassen …. er hat noch mal die Kurve gekriegt 🙂
    Tausend-Franken-Huggelgrüße von Eva 🙂

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