Goniatiten

Beate von der Plauderpause hat mir einen Kopffüsser zugesteckt, bitte nicht mit Kopffüssler verwechseln 😆

Herzlichen steinreichen Dank 😀

Goniatit
Foto © Beate Neufeld
Unteres Devon, ca. 410 Mill. Jahre, aus Erfoud, Sahara Marokko

Die Goniatiten (Goniatitida) sind eine ausgestorbene Ordnung von jungpaläozoischen Ammoniten (Ammonoidea). Sie stellen im Zeitraum ihres Auftretens zwischen Devon und Ende Perm den Hauptanteil der Ammonoidea.

Goniatiten stellen vor allem im Devon und Karbon eine ganze Reihe von wichtigen Leitfossilien. Vor der Entwicklung mikropaläontologischer Methoden waren sie in vielen Gegenden vor allem in marinen Kalksteinfolgen Bestandteil parastratigraphischer Gliederungen.

Merkmale
Goniatiten besitzen wie Ammoniten ein zumeist in einer Ebene spiralig eingewickeltes, gekammertes Gehäuse, das aus drei Schichten aufgebaut ist. Die Formen der Gehäuse variieren erheblich, von kugeligen bis zu dünnen scheibenförmigen Gehäusen. Die äußeren Windungen umfassen die jeweils inneren. Je nach dem Grad der Umfassung sind die Windungen involut – die inneren Windungen werden durch die äußeren mehr oder weniger verdeckt – oder evolut (die äußeren Windungen umfassen die inneren kaum).

Neben der Gehäuseform ist der Ansatz der Kammerscheidewände am äußeren Gehäuse – die Lobenlinie oder Sutur – das wichtigste Bestimmungsmerkmal. Im Gegensatz zur vielfach in sich gefältelten Lobenlinie der Ammoniten ist die der Goniatiten wenig geschwungen und weist nur sanfte Knicke oder Bögen auf. Die Lobenlinie ist in fast allen Arten durch einen Adventiv-Lobus gekennzeichnet. Die Lobenformel ist EALI. Fast alle Loben können weiter unterteilt werden. Zwischen L und I-Lobus kann sich ein U-Lobus einschalten. Bei den frühen Formen sind die Loben noch breit gerundet, in jüngeren Formen sind sie häufig zugespitzt oder fingerförmig. Der Siphonalstrang liegt fast immer randlich ventral, nur sehr selten rückt der Siphonalstrang auch etwas ab vom Rand.

Der Muskelapparat unterschied sich in Details von dem der Ammoniten. Dies ergaben Studien von Muskelansatzstellen, die in pyritisierten Goniatiten erhalten waren. Belege für einen festen Kiefernapparat, wie Ammoniten ihn besitzen, sind nicht überliefert.

Lebensweise
Goniatiten waren aufgrund ihrer Lebensweise als langsame Schwimmer bodennahe Meereslebewesen. Sie besiedelten epikontinentale Meeresräume abseits der Zonen mit starker Wasserbewegung wie den Brandungszonen. Paläogeographische Rekonstruktionen zufolge sind ihre Lebensräume als subtropisch bis tropisch zu bezeichnen. Über die Ernährung der Goniatiten ist wenig bekannt.

Vorkommen
Goniatiten sind in devonischen und karbonischen Kalk- und Tonsteinen häufig. Gebiete mit häufigen Goniatitenfunden sind zum Beispiel:

Fichtelgebirge
Harz
Rheinisches Schiefergebirge
südliches Ruhrgebiet
Aachener Gebiet
Eifel
nördliche Ardennen
Irland
Kantabrisches Gebirge
Antiatlas, Marokko
Appalachen
Texas und weitere westliche Staaten der USA
China

Quelle Text: Wikipedia

3 Gedanken zu „Goniatiten

  1. Brigida

    Das freut mich jetzt, einmal einen solchen Kopffüsser zu sehen… Mich wundert es, dass in der Aufzählung die Nordschweiz nicht aufgeführt ist, genau gesagt die Tonbrüche von Frick. Dort habe ich solche mit sehr viel Kraftanwendung zusammen mit meinem Mann herausgearbeitet, wobei man sagen muss, dass es dort logischerweise anderes Gestein ist. Danke vielmals für Zeigen und erklären.
    GLG Brigida

    Antworten
  2. Elke (Mainzauber)

    Also sooo wissenschaftlich genau hätt’s ja nun für meinen Geschmack nicht sein müssen, aber das Foto ist toll und ich mag solche Urzeitrelikte einfach.
    Lieben Gruß
    Elke

    Antworten

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