Taufstein

An diesem Taufstein in der Emmauskirche in Leipzig wurde Anja getauft.
Herzlichen Dank für diesen geweihten Stein 🙂

Taufstein

Ein Taufbecken oder Taufstein dient in christlichen Kirchen der Taufe. Da die Taufe die Aufnahme in die christliche Gemeinde bedeutet, befindet es sich häufig im Eingangsbereich einer Kirche oder in einem eigenen Baptisterium oder einer Taufkapelle.

Geschichte
In der frühchristlichen Kirche war die Taufe durch Untertauchen üblich. Da anfangs hauptsächlich Erwachsene getauft wurden, gebrauchte man in die Erde eingelassen Becken, Piscina genannt.

Als das Christentum zur Staatsreligion wurde, wurden nur noch Kinder getauft, weshalb Taufbecken, später auch Cuppa oder Tauffünte genannt, im Osten seit dem 6./7. Jh. und im Westen seit der Karolingerzeit üblich wurden. Die frühsten Taufbecken sind auf dem Boden stehende Monolithen, oft mit Reliefs, Ornamenten oder Figuren kunstvoll verziert. Auch aus Bronze wurden Taufbecken gefertigt. Häufig sind sie achteckig in Anspielung an die sieben Schöpfungstage und die „neue Schöpfung“ oder auch Jesus` Beschneidung, die nach jüdischem Brauch am achten Tag nach der Geburt erfolgte. Einige symbolisieren dreieckig die Trinität von Vater, Sohn und heiligem Geist.

Zu Ostern wurde das Wasser eingefüllt und geweiht, in dem das ganze Jahr über die Neugeborenen getauft wurden. Als Schutz gegen Verunreinigungen besaßen manche Taufbecken einen Deckel.

Die Fassungsvermögen betrugen in der Regel 150 bis 180 Liter, aber sogar bis zu 420 Liter. Ausmessungen des Bremer Eichamtes[1] im Jahre 2000 von insgesamt 51 Bronzetaufbecken aus romanischen und frühgotischen Kirchen aus dem 13. und 14. Jahrhundert ergaben, dass sie in der Regel auch ein bestimmtes Volumen als Eichmaß verkörperten. Die dargestellten Volumina waren zum Beispiel 1 Ohm, 1/2 Oxhoft, 1 Malter und 2 Scheffel.

Heutige Situation
In der evangelischen und katholischen Kirche änderte sich, nicht zuletzt wegen der negativen Auswirkung der Untertauchtaufe auf die Gesundheit der Neugeborenen, der Taufritus zum Begießen oder Besprengen des Täuflings. Ab dem Barock wurden immer häufiger Taufschalen eingesetzt, die auch Haustaufen erlaubten. Sie fassen etwa 1 bis 2 Liter Wasser und sind in der Mehrzahl aus Messing oder Silber. Manche Taufschalen sind kostbar verziert, manche tragen nur schlichte Widmungsinschriften. Dort, wo alte Taufsteine vorhanden sind, sind die Taufschalen oft darauf befestigt. Die Taufständer jüngerer Kirche sind häufig den alten Taufsteinen nachempfunden. Im Barock beliebt war der Taufengel, der schwebend die Taufschale trägt.

Das Motiv des Begrabenwerdens und des Auferstehens mit Jesus Christus (Römerbrief 6,4-6) trat damit bei der Taufe hinter die die symbolhafte Abbildung der Reinigung und Abwaschung zurück.

Die Orthodoxe Kirche kennt bis heute Taufbecken und Taufe durch Untertauchen. In vielen östlich-orthodoxen Kirchen wird einmal jährlich während des Festes der Theophanie das Weihwasser in einem Taufstein geweiht.

Ebenso praktizieren die Baptisten und andere freikirchliche Gemeinden diese urchristliche Form der Taufe, nutzen dabei aber offene Gewässer oder großräumige Taufanlagen, in denen neben dem Täufling auch der Täufer Platz findet.

  • Quelle Text: Wikipedia
  • Foto: Anja
  • 5 Gedanken zu „Taufstein

    1. Eveline

      Über so ein Becken dürfte ich meine Nichten auch schon drüberhalten – und beide waren brav (sind sie auch heute noch (manchmal *g))

      Lasst das Wochenende noch schön ausklingen 🙂
      Huggels, Eveline

      Antworten
    2. Anja

      Liebe Helga,
      Asche auf mein Haupt – ich habe erst heute meinen Taufstein entdeckt! Vielen Dank! Das einfallende Licht ist übrigens kein Scheinwerfer gewesen, sondern tatsächlich Sonnenlicht. Behauptet zumindest mein Herr Papa, der dieses Foto geschossen hat.
      Liebe Grüße
      von
      Anja

      Antworten
    3. Anja's "Herr Papa"

      Hallo Helga,
      … ist keine „Behauptung“, sondern war „wirklich“ so!
      Als ich vor Jahren eine Serie von „unserer“ Kirche gemacht hatte (noch analog), und ich bereits im Gehen war, hatte ich mich noch einmal umgedreht, um mich (innerlich) zu verabschieden – und sah den Taufstein so wunderbar angestrahlt. Da konnte ich einfach nicht anders, und „musste“ meine Ausrüstung noch einmal auspacken!
      Leider ist dieses Foto nur ein Scan, deshalb nicht so „blitzeblank“.
      Es ist immer wieder sehr schön, zu sehen, mit welchen Ideen und mit welcher Liebe Sie Ihre Seite gestalten und pflegen.
      Viele Grüße aus Leipzig
      H.-Georg

      Antworten
    4. Anja's "Herr Papa"

      … kurze Ergänzung: Anja’s Taufe über diesem Stein war schon ein Segen für uns als ihre Eltern und speziell für mich: Sie war (und ist) nur ganz selten so „respektlos“ ihrem Großvater werdenden Vater gegenüber!…
      Nochmals liebe Grüße
      H.-Georg

      Antworten

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.