Bernsteinstraße

Bernstein

Ein herzlicher Gruß nach Österreich zu Elisabeth – danke für diesen Steinwurf 😉

Die Bernsteinstraße ist eine Altstraße von der Nord- und Ostsee nach Süden.

Es handelt sich außerhalb des Römischen Reichs um eine Reihe von Handelswegen, entlang welchen Bernstein seit der Urgeschichte bis in die Alpenländer und Italien verhandelt wurde. Durch die Ausweitung des Imperium Romanum bis an die Donau wurde die Handelsroute wahrscheinlich bereits unter Augustus und Tiberius zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. als Staatsstraße (Römerstraße) auf dem Gebiet des Römischen Reichs ausgebaut. Der Verlauf der römischen Bernsteinstraße ist in der Tabula Peutingeriana verzeichnet. Die wintersichere Verbindung zwischen Carnuntum an der Donau und Aquileia in Italien wird römische Bernsteinstraße genannt und ist dem römischen Straßennetz zugehörig. Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.) berichtet, dass Bernstein von der Ostseeküste nach Aquileia auf dieser Straße transportiert worden sei. Ihm verdankt sie ihren Namen.

Der bereits in der Urgeschichte bedeutsame Handelsweg folgt in Niederösterreich der March und überquert bei Carnuntum rund 50 km östlich von Wien die Donau. Unter Umgehung der Alpenpässe verläuft die Straße von Carnuntum, Scarabantia (Sopron/Ödenburg), Savaria (Szombathely/Steinamanger) und Poetovio (Ptuj/Pettau) über Emona (Laibach, Ljubljana) nach Aquileia. Zwischen Sopron und Szombathely führt die Bernsteinstraße durch das Mittelburgenland (Bezirk Oberpullendorf), ein für die römische Rüstungsindustrie bedeutsames keltisches Eisengewinnungsgebiet. Hier steht auch ein Abschnitt dieser Straße unter Denkmalschutz. Im 3./4. Jahrhundert n. Chr. verliert sie ihre Bedeutung als Verbindung zwischen Italien und Carnuntum. Soweit die römische Bernsteinstraße nicht durch Überbauung mit modernen Straßen verschwunden ist, ist sie noch auf Luftbildern durch Bewuchsmerkmale im Getreide oder als leichter Schotterwall in frisch gepflügten Äckern erkennbar.

In vielen märkischen Gebieten – z. B. in Talsandflächen des Thorn-Eberswalder-Urstromtales – wurden im Zuge von Regulierungs- und Dammbauarbeiten Bernstein-Lagerstätten entdeckt. Archäologen vermuten in dieser Region des heutigen Polen ein Handelszentrum.
Nicht weit entfernt, im westlichen Thorn-Eberswalder-Urstromtal, fand man beim Bau des Finowkanals reiche Bernsteinlager; außerdem 1800 beim Mergelabbau eine Scholle Glaukonit-Sand mit Bernstein.

Die Bernsteinhändler wählten mit ihrer kostbaren Fracht immer die sicherste Route. In der Antike änderte sich dieser Weg wegen Überfällen und Völkerwanderungen mehrmals. Bei gleichwertigen Alternativen wählte man Flussläufe, an denen im Laufe der Zeit eine steigende Anzahl Karawansereien sichere Übernachtungsmöglichkeiten bot.

Man unterscheidet vier Routen. Die drei Landrouten mit ihren Varianten orientieren sich an den großen Flussläufen:

Die Nordseeroute (von und über England)
Die östliche, älteste Landroute (Weichsel)
Die mitteldeutsche Landroute (Oder und Elbe)
Die westdeutsche Landroute (Rhein und Maas)

Das westlichste Bernsteinvorkommen wurde bei Cromer in der Grafschaft Norfolk an der englischen Ostküste entdeckt. Als Zeitraum für den Handel wird 1600 – 600 vor Christus angegeben (Quelle: Das Gold des Nordens, Karl Jülicher, Zeitschrift Pan, April 1982).

  • Quelle: Wikipedia
  • 4 Gedanken zu „Bernsteinstraße

    1. Renate

      Den Bernstein hab ich schon lang in deinem Blog vermisst … ich liebe dieses Mineral!
      Als ich nach der Wende zum ersten Mal an der Ostsee war, sind wir stundenlang am Strand entlanggewandert, immer mit den Augen im Schlick nach Bernstein suchend … 😉
      Ich wünsch dir einen bernsteinfarbenen Sonntag!
      Liebe Grüße
      Renate

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    2. Eveline

      Wenn die Bernsteinstraße die Alpen meidet wäre sie zum Radeln feiner als z.B. die Via Claudia, sollten wir darüber mal nachdenken…?

      Schönen Sonntag, gemütlicher Winker
      Eveline

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    3. Ocean

      Hallo liebe Helga 🙂

      ein toller Eintrag – denn auch ich liebe den Bernstein ganz besonders – hihi, genau wie Renate mach ich es auch immer – am Ostseestrand entlang, den Blick auf den Boden gerichtet .. einmal hab ich sogar ein ganz kleines Stück gefunden 😉 war das eine Freude.

      Heute hab ich mal einen Eintrag zu den erwähnten Steingräbern (Langbetten) in der Gemeinde Blekendorf, Schleswig-Holstein geschrieben, mit Fotos 😉 und gleich ein bisschen in Urlaubserinnerungen geschwelgt. Dafür ist so ein verregneter Sonntag genau richtig 😉

      Dir noch einen gemütlichen Restsonntag und einen guten Wochenstart,

      ganz liebe Grüße nach GAP (neulich hab ich von den Bergen geträumt … 🙂 )

      Ocean

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