Burg Giebichenstein

Vielen Dank, liebe Ulla, für diesen Stein 🙂 er war bei mir schon ganz eingestaubt…
Burg Giebichenstein
Burg Giebichenstein

Burg Giebichenstein ist eine Burg in Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Sie ist Bestandteil der Straße der Romanik. Auf ihr befindet sich heute die Hochschule für Kunst und Design Halle (Saale).

Ludwig der Springer
Mit der Burg Giebichenstein verknüpft sich eine Sage. Der Landgraf von Thüringen, Ludwig, verliebte sich in Adelheid, die Gemahlin des Pfalzgrafen Friedrich von Sachsen. Ludwig tötete den Pfalzgrafen bei einer Jagd und heiratete Adelheid. Die Verwandten des Pfalzgrafen verlangten Genugtuung. So setzte der Kaiser Heinrich IV. Ludwig auf dem Giebichenstein gefangen.

Der Sage nach befreite sich Ludwig durch einen kühnen Sprung in die Saale aus seiner Gefangenschaft. Später wurde er zwar wieder eingefangen, gelangte letztendlich aber doch in Freiheit. Seine Tat sühnte er durch fromme Stiftungen. So gründete er zum Beispiel das Kloster Reinhardsbrunn in Thüringen.

Aus der Sage vom Sprung in die Saale entstand im 15. Jahrhundert der Beiname „der Springer“.

Der historische Ort Giebichenstein lag zur Zeit des fränkischen Reiches inmitten des Gaues neletici. Obwohl er nicht als Burgward benannt worden ist, kann man davon ausgehen, dass er als wichtiger Herrschaftsort eine Burgwardähnliche Funktion inne gehabt hat. Die Burgwardorganisation war der erste Versuch des deutschen Königs, die im 9. Jahrhundert eroberten slawischen Gebiete einer feudalen Ordnung zu unterwerfen. Die Wichtigkeit der an einer Handelsstraße und wichtigen Salzquellen gelegenen Siedlung unterstreicht die Tatsache, dass Otto I. in Giebichenstein Urkunden ausstellte. 961 erfolgte die Ersterwähnung als „civitas, que Givicansten nuncupatur“ als Hauptort des Gaues Neletici. In einer anderen Urkunde vom gleichen Tag nennt man ihn „urbs videlicet Giviconsten cum salsugine“. Das Gau Neletici und Giebichenstein wurden dem Moritzkloster in Magdeburg übereignet. Aus dem Kloster ging 968 das neu gegründete Erzbistum Magdeburg hervor.

Mit den Bauten der heutigen Burg Giebichenstein hatte die Burg des 10. Jahrhundert wenig zu tun. Ihr genauer Standort ist nicht sicher geklärt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass sie sich auf der Bergkuppe östlich der heutigen Befestigung auf dem als „Alte Burg“ oder Amtsgarten bezeichneten Gelände befand. Die Erwähnung 1116 als „castrum Givekenstein“ und die Benennung einer Burgkapelle bezieht sich wahrscheinlich auf die Alte Burg, wie auch alle anderen Erwähnungen im 10. und 11. Jahrhundert.

Für das junge Erzbistum Magdeburg hatte die Burg eine besondere Bedeutung, die sich heute nicht mehr zweifelsfrei erschließen lässt. So war sie Sterbe- bzw. Aufbahrungsort von drei Bischöfen, Bischof Adalberts 981, Bischof Taginos 1012 und im gleichen Jahr Bischof Walthards. Darüber hinaus diente sie noch dem König als „Staatsgefängnis“ für Mitglieder des Hochadels. Unter den Gefangenen waren so bedeutende Personen wie Heinrich vom Nordgau 1004, Adalbert von Este 1014–1018, Ernst von Schwaben 1027–1029 und Gottfried von Lothringen. Nicht zuletzt war hier auch Ludwig der Springer, der Landgraf von Thüringen für seinen Mord am Pfalzgrafen von Sachsen in Haft.

Die Bedeutung der Burg wird auch durch die Anwesenheit von Heinrich IV. 1064 auf der Burg unterstrichen. Friedrich I. Barbarossa berief 1157 die Fürstenversammlung auf die Burg ein, die den zur Durchführung der deutschen Ostexpansion geplanten Polenfeldzug vorbereitete.

Quelle und weitere Informationen: Wikipedia

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