Paestum

Paestum
Steintempel in Paestum

Goethe war hier 1787; wir im September des vergangenen Jahres.
Mehr Fotos unserer Italienreise gibt es auf unserer Homepage.

Paestum ist eine als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannte Ruinenstätte in der Region Kampanien in der Provinz Salerno in Italien. Der Ort gehört zur Gemeinde Capaccio (2005: 20.934 Einwohner).

Der Ort liegt in einer Ebene ca. 50 km südlich von Salerno direkt am Golf von Salerno.

Die Stadt wurde unter dem Namen Poseidonia um 600 v. Chr. von Griechen aus Sybaris oder Troizen gegründet. Der Wohlstand der Stadt dokumentiert sich im 5. und 6. Jh. v.Chr. im Bau großer Tempelanlagen, deren Ruinen bis heute erhalten sind. Ca. 400 v. Chr. eroberten die Lucaner die Stadt und benannten sie in Paistos um. 273 v. Chr. wurde sie unter dem Namen Paestum zur latinischen Colonia. In der römischen Kaiserzeit verlor Paestum an Wohlstand und Bedeutung. Nach Zerstörungen im 9. Jh. durch die Sarazenen und im 11. Jh. durch die Normannen wurde Paestum aufgegeben. Der Niedergang wurde durch die Versumpfung des Umlandes und die daraus resultierende Malariagefahr beschleunigt. Die Bewohner siedelten, um der Malaria zu entgehen, auf höher gelegenes Gebiet um und gründeten den Ort Capaccio.

Paestum kann bedeutende Baudenkmäler aus griechischer und römischer Zeit vorweisen. Besondere Bedeutung kommt den drei großen dorischen Tempeln zu, die jeweils exemplarisch für eine Bauepoche des dorischen Baustils stehen.

Die archaische Basilika (um 540 v. Chr.), der Hera geweiht, war einer der größten bis dahin errichteten griechischen Steintempel überhaupt.

Der Tempel der Athene (um 500 v.Chr.), früher auch der Ceres zugeschrieben, ist erheblich kleiner, aber in den Formen ausgewogener.

Der Poseidontempel (um 450 v.Chr.) – auch dieser ist der Hera geweiht – schließlich weist die ausgereiften Bauformen des kurz zuvor errichteten Zeustempels von Olympia auf.

Weiterhin sind ein kleines römisches Amphitheater, der Versammlungsort der Bürger, das Comitium, und weitere öffentliche Gebäude der Römerzeit zu erwähnen. Gut erhalten ist auch die 4,75 km lange Stadtmauer, an der lukanische und römische Bauphasen zu erkennen sind. Die vier großen Stadttore sind römisch.

Das Museum zeigt eine bedeutende Sammlung griechischer Altertümer aus Unteritalien. Ausgestellt werden Fundstücke aus der Umgebung von Paestum in der Hauptsache Grabfunde aus griechischen und lukanischen Nekropolen. Darunter sind viele Vasen, Waffen und bemalte Steinplatten, die als Sargdeckel oder –seitenwände dienten. Hervorzuheben sind die Darstellungen aus dem Grab des Tauchers (Tomba del Tuffatore), die den Übergang vom Leben in das Totenreich als Sprung des Tauchers in das Wasser deuten.

Nach dem 11. Jh. geriet Paestum völlig in Vergessenheit und wurde erst im 18. Jahrhundert ungefähr zeitgleich mit Pompeji und Herkulaneum wiederentdeckt. Die Entdeckung erregte seinerzeit großes Aufsehen. Eine Expedition in die verwunschene Sumpflandschaft gehörte zum Programm des kunstbeflissenen Bildungsreisenden:

Endlich, ungewiss, ob wir durch Felsen oder Trümmer führen, konnten wir einige große länglich-viereckige Massen, die wir in der Ferne schon bemerkt hatten, als überbliebene Tempel und Denkmale einer ehemals so prächtigen Stadt unterscheiden, schreibt Goethe in seiner italienischen Reise unter dem 23. März 1787.

  • Quelle: Wikipedia
  • Foto: helga-ingo.de
  • 4 Gedanken zu „Paestum

    1. Renate

      Das wunderschöne Foto zeigt genau die Symmetrie dieser klassischen Bauwerke – beeindruckt war ich auch von Pompeji und natürlich von der gesamten Amalfi-Küste!
      Gerade war ich ein bisserl in Neapel spazieren … mit euren Fotos kann man so richtig das „gschlamperte Flair“ dieser Stadt fühlen! 😀
      Apropos Fotos: Wo bleiben denn die aktuellen Tagesfotos??? Ich klick da jeden Tag rein … kann halt leider nicht kommentieren, aber den Riessersee möcht ich unbedingt auch mal umwandern!
      Liebe Grüße
      Renate

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    2. Kerstin

      Das würd ich mir gerne mal live anschauen! Ich bin von solchen Bauwerken immer wieder aufs neue fasziniert!
      Paestum kenn ich aus einem Roman von Kurt Held „Guiseppe und Maria“!
      LG Kerstin

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    3. Ursula von cilento ferien

      Jetzt komm ich erst auf das Konzept der Seite… Dass Ihr bei Steinen auch Ausgrabungsstätten aufgenommen habt 🙂 Wunderbar.
      Warum ich mich überhaupt zu wort melde: 1. ist der Artikel echt gut gelungen, man findet da ne ganze Menge im Internet, was teilweise schlecht und manchmal sogar falsch ist.
      Und 2. Paestum sollte man gesehen haben, wenn man sich als Itelienliebhaber fühlt. nciht nur die kunstgeschichtliche und antike Bedeutung, sond man kann sich hier auch Ruhe und Zeit gönnen, um die Stätte wirklich kennen zu lernen. Ganz oft ist es an anderen Orte so, dass man von einem Führer einfach nur durchgescheucht wird.

      LG, Ursula

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