Kuhstall

Als Kuhstall wird das nach dem Prebischtor zweitgrößte Felsentor des Elbsandsteingebirges bezeichnet. Es befindet sich auf dem Neuen Wildenstein, einem 337 m hohen, im 15. Jahrhundert von einer Burganlage beherrschten Felsen der hinteren Sächsischen Schweiz südlich des Lichtenhainer Wasserfalls und oberhalb des Kirnitzschtales. Das Felsenfenster ist 11 m hoch, 17 m breit und 24 m tief.

Der Name Kuhstall wird auf zwei mögliche Ursachen zurückgeführt. Zum einen versteckte die Bevölkerung der umliegenden Orte während des Dreißigjährigen Kriegs in dem sehr breiten Felsentor ihr Vieh vor marodierenden schwedischen Soldaten. Zum anderen wird vermutet, dass bereits die Bewohner der mittelalterlichen Burg, die zum Schluss zu einem Raubritternest verkommen war, dort das Vieh unterbrachten, das sie bei ihren Raubzügen erbeuteten.

Der erste Erschließer der Sächsischen Schweiz, Wilhelm Lebrecht Götzinger, schlug vor, das Felsentor als Wildensteiner Felsenhalle zu bezeichnen, gegenüber dem volkstümlichen Kuhstall konnte sich diese Bezeichnung nicht durchsetzen. Aus der Zeit der frühen touristischen Erschließung stammen auch viele alte Inschriften, die an den Wänden und der Decke des Kuhstalls mit Ruß und Farbe angebracht oder in den Fels gekratzt wurden.

Das Felsenfenster liegt auf einer tonhaltigen Zwischenschicht. An den Begrenzungswänden findet sich glatt polierter, verkieselter Fels. Ursache waren die tektonischen Bewegungen der ca. 900 m entfernten Lausitzer Verwerfung; hier wurden in der Kreidezeit die älteren Granite über die jüngeren Sandsteine geschoben.

Das Felsmassiv weist zahlreiche Höhlen und Überhänge auf, die legendäre Namen (z.B. Schneiderloch und Wochenbett) tragen.

Der Kuhstall war eine der Hauptattraktionen des Fremdenverkehrs im 19. Jahrhunderts. Von der Endstation der Kirnitzschtalbahn am Lichtenhainer Wasserfall war er zu Fuß oder mit Saumtieren erreichbar. Zur Beliebtheit trug seit 1824 auch das neben dem Felsentor befindliche Berggasthaus bei; es wurde seither mehrmals umgebaut und erweitert.

Auch heute noch ist der Kuhstall ein viel besuchtes Familien-Ausflugsziel.

Von der Aussichtsterrasse südlich des Felsentors sind die Kletterfelsen der Hinteren Sächsischen Schweiz in einem weiten Panorama sichtbar.

Oberhalb des Kuhstalls befinden sich die über die schmale Himmelsleiter zu erreichenden Reste der früheren Burganlage.

  • Quelle: Wikipedia

 

2 Gedanken zu „Kuhstall

  1. Lothar

    Hallo Helga,
    klasse – ist ja der Hammer das Felsentor, muss ja gigantisch sein, wenn man davor steht*staun*.
    Liebe Grüße aus Nürnberg nach GAP.
    Lothar 🙂

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