Versteinerter Wald (Chemnitz)

Versteinerter Wald (Chemnitz)
Deutsche Briefmarke von 2003

Der Versteinerte Wald von Chemnitz ist eine bedeutende Sehenswürdigkeit der Stadt.

Seit dem Erstfund 1737 stieß man in Hilbersdorf, heute ein Stadtteil von Chemnitz, bei Schachtungsarbeiten immer wieder auf verkieselte Stämme großer, baumähnlicher, urzeitlicher Pflanzen. Mitte des 18. Jahrhunderts ließ der bei Chemnitz wohnende Edelsteininspektor David Frenzel (1691–1772) zahlreiche dieser Kieselhölzer bergen, um daraus Schmucksteine herzustellen, darunter 1751 auch eines der wenigen Exemplare mit noch ansitzenden Wurzeln. Später vermachte ein Finder, der Hilbersdorfer Bauunternehmer Güldner, dem Chemnitzer König-Albert-Museum einige versteinerte Stämme. Der damalige erste Direktor des Museums, Johann Traugott Sterzel, übernahm die Untersuchung der Fundstücke. Ihm ist auch das Sterzeleanum im Museum gewidmet.

Die Entstehung der Chemnitzer Fossilfundstätte, die überwiegend Stämme von Baumfarnen und riesenwüchsigen Schachtelhalmen enthält, steht im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Zeisigwald-Vulkans im unteren Perm vor ca. 291 Millionen Jahre. Beim Ausbruch wurden die baumähnlichen Pflanzen, wie es mit den Bäumen 1980 beim Vulkan Mount St. Helens geschah, durch die Druckwelle der Eruption entwurzelt oder abgeknickt und entästet. Die Stämme wurden danach mit 80 bis 100 °C heißen Auswurfmaterialien des Vulkans (Pyroklastika) bedeckt. Die Kieselsäure, die in diesen Auswurfmaterialien enthalten ist, sorgte in den folgenden Jahrmillionen für die Fossilisation der permischen Pflanzen, sodass sie bis heute erhalten geblieben sind.

Die meisten der Stämme sind heute im Museum für Naturkunde im Chemnitzer Kulturkaufhaus DAStietz ausgestellt, darunter auch Scheiben von Stämmen mit polierter Schnittfläche. Eine kleine Sammlung ist auch an der Zeißstraße zu sehen. 1996 wurde auf der Hilbersdorfer Flur ein weiterer versteinerter Stamm aufgefunden. Seit 4. April 2008 wird auf einem Grundstück an der Frankenberger Straße erneut nach Stämmen gesucht. Ein dort gefundenes Exemplar des Riesenschachtelhalms Arthropitys bistriata zeigt eine Mehrfachverzweigung, wie sie bislang von Schachtelhalmen nicht bekannt war. Daher erhielt dieser außergewöhnliche Fund von der Paläontologischen Gesellschaft die Auszeichnung Fossil des Jahres 2010. Er wurde in die Dauerausstellung integriert.
Ebenfalls gut erhalten ist der Chemnitzer „Ursaurier“ – der erste Tierfund im Versteinerten Wald.

Quelle Text: Wikipedia

5 Gedanken zu „Versteinerter Wald (Chemnitz)

  1. Ocean

    Liebe Helga,

    das ist wieder ganz neu für mich.. ich hatte noch nie davon gehört. Überhaupt kenne ich die ganze Gegend nicht – da gibt es noch viel zu entdecken 🙂 Danke für diesen Tipp..und ganz liebe Wochenendgrüße zu dir,
    Ocean

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  2. Helga

    Gefällt mir sehr und auch Dein Schottland Reisebericht ist Dir gelungen. Macht Fernweh und ist so Irlandlike 😉 Ich wünsche Dir ein schönes Faschingswochenende und schicke Dir liebe Grüße!

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  3. Waldameise

    Schön, liebe Helga,

    danke für den Bericht. Diese polierten Scheiben, die haben mich schon als Kind begeistert. Wie oft bin ich in das Museum, um sie mir wieder und wieder anzuschauen …

    Ein lieber Gruß
    von der Waldameise

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