Gletschertopf

Gletschertopf
Foto aus Wikipedia, Urheber: Gletschergarten Luzern
Gletschertopf im Gletschergarten Luzern

Gletschertöpfe sind topf- oder schachtartige Vertiefungen in Felsgestein (Kolke), die durch fließendes Wasser im Bereich von Gletschereis entstehen.

Entstehung
Gletschertöpfe bilden sich durch Schmelzwasser, das durch die Gletscherspalten zum Gletscherbett hin abfließt. Dieses Schmelzwasser vereinigt sich zu Strömen und bildet an gewissen Stellen Wirbel. In diesen Wirbeln herrschen Fließgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h und hoher Druck. Die Haupterosionsarbeit mit Aushöhlen des Felsbettes leisten dabei der mitgeführte Sand und die Kiespartikel, in seltenen Fällen auch einzelne Findlinge. Die Theorie, dass ein im Wasser drehender Findling den Gletschertopf wie ein Mühlestein aus dem Felsen fräst, ist falsch und veraltet. Primär handelt es sich um den Auftreffpunkt einer Gletschermühle oder lokale Wirbel.

Vorkommen
Die größten Gletschertöpfe findet man naturgemäß dort, wo es viele und große Gletscher gibt oder gab. In Europa ist dies besonders in Skandinavien oder in den Alpen und ihrem Vorland der Fall. Viele dieser Formen stammen aus der Eiszeit.

In den Alpen sind Gletschertöpfe weit verbreitet, Beispiele finden sich etwa im Gletschergarten Luzern, im Gletschergarten von Weißbach an der Alpenstraße, in dem diese Auswaschungen einen Durchmesser von bis zu einem Meter aufweisen oder in der Gemeinde Weiler im Allgäu, wo ein sehr gut erhaltener Topf 1911 bei Straßenbauarbeiten entdeckt wurde. Auch in Norddeutschland sind Gletschertöpfe der letzten Eiszeiten zu finden, zum Beispiel im Gesteinsgarten von Gommern in Sachsen-Anhalt. In den Quarzitsteinbrüchen waren Anfang des 19. Jahrhunderts mehrere Gletschertöpfe entdeckt und an das Naturkundemuseum Magdeburg gegeben worden.

Im finnischen Hiidenkirnut in der Nähe von Askola hat der größte Gletschertopf einen Durchmesser von vier und eine Tiefe von zehn Metern.

Quelle Text: Wikipedia

3 Gedanken zu „Gletschertopf

  1. Beate Neufeld

    Das ist wieder einmal ein sehr interessanter Artikel. Ich hatte noch nie etwas von solchen Gletschertöpfen gesehen und gelesen.
    Liebe Helga, ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein frohes Osterfest♥
    Beate

    Antworten

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