Steinplatte

Steinplatte
Foto aus Wikipedia, Urheber: Svickova

Die Steinplatte (1.869 m ü. A.) ist eine Gebirgsformation in den Nördlichen Kalkalpen in Österreich, an der Grenze der Bundesländer Salzburg und Tirol, nahe der deutschen Grenze. Sie liegt im Gemeindegebiet von Unken und Lofer im Saalachtal, Pinzgau und von Waidring im Bezirk Kitzbühel, und ist ein beliebter Berg zum Wandern im Sommer und zum Skifahren im Winter.

Zur Begriffsgeschichte und Einordnung
Der Stock findet sich schon im 19. Jahrhunderts unter dem Namen Kammerkargebirge, etwa in der Einteilung der Ostalpen nach Böhm von 1887 (10.1d, auch 34d). Diese Bezeichnung ist heute weitgehend verloren.

In der Gebirgsgruppengliederung nach Hubert Trimmel geführt, die ursprünglich 1962 für das österreichische Höhlenverzeichnis publiziert wurde, und heute in der österreichischen Hydrographie und auch Geologie verbreitet ist, trägt die Gruppe den Namen Steinplatte und die Nummer 1322. Dort wird sie zu den Waidringer Alpen gerechnet. Nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE) gehört sie schon zu den Chiemgauer Alpen. In der ersteren Teilung bilden Schwarzlofer–Unkenbach, in der zweiteren das Strubtal die Südgrenze der Chiemgauer Alpen.

Landschaft und Gipfel
Der Hauptgipfel Steinplatte (1.869 m ü. A.) liegt am Westrand der Formation. Oberhalb des Strubtals erstreckt sich die etwa 1000 Höhenmeter hohe Sonnwand bis zum Grubhörndl (1.747 m ü. A.) und die Loferer Alm, die sich gegen das Dietrichshorn (1.542 m ü. A.) über Lofer und Unken erstreckt. Gegen Norden senkt sich die Steinplatte waldig in das Unkenbachtal.

Geologie
Die Steinplatte bildet den Südteil der Unkener Synklinale, in der dem Hauptdolomit, der zum Tirolikum gehört, die jüngeren Schichten des Iuvavikums aufliegen. Der Unkenbach als Nordgrenze der Steinplatte liegt etwa in der Mitte der Synklinale.

Der Südfuß der Sonnwand baut sich noch aus Hauptdolomit auf. Die Steinplatte selbst stellt sich dann in iuvavischen Gesteinen dar, als Hauptmasse von West nach Ost Kössen-Formation und Oberrhät-Riffkalke (Kalke des Rhätium), Ruhpolding-Formation (Radiolarit) und Jura-Schwellenfazies (Hierlatzkalkgruppe), Oberalm-Formation, Schrambach- und Roßfeld-Formation, in immer jüngeren Serien. Am Ostrand finden sich dann auch wieder deutlich ältere, tirolische gebankte Dachsteinkalkfragmente, die auch die Deckschichte der Loferer und Leoganger Steinberge bilden, wie auch der hellbunte Dolomit des Saalachtales, der zum Hallstadtdolomit (beide jeweils Norium bis Rhätium) gerechnet wird.

Tourismus
Das Ski- und Wandergebiet Steinplatte befindet sich in einem Verbund mit der bayerischen Winklmoosalm bei Reit im Winkl. Es ist auf Fahrstraße erreichbar von Waidring zum Gasthaus Steinplatte/Bergkapelle (Mautstraße), über die Winklmoosalm, sowie über eine Seilbahn von Waidring. Das Skigebiet umfasst alle Schwierigkeitsgrade. Alle Lifte sind auch mit dem Skipass von St. Johann in Tirol benutzbar.

Am Ostrand, bei Lofer, liegt das Schigebiet Loferer Alm.

Seit 3. August 2008 ist auf der Steinplatte für den Sommertourismus ein urzeitlicher Erlebnispark geöffnet, der Triassic Parc Steinplatte. Das 800.000-Euro-Projekt soll Europas einziges Urmeer, das Tethysmeer bzw. seine spätere Rückbildungsbucht, die Paratethys, ins rechte Licht rücken und dabei auch einem wissenschaftlichen Anspruch genügen, was derzeit von Kritikern des Projektes noch bezweifelt wird. Diese befürchten mit dem Triassic Park lediglich eine neue, urzeitliche Disney-Phantasiewelt.

Die Überschreitung Lofer/Saalachtal – Steinplatte – Fellhorn – Lofer/Kössen ist eine Variante des Österreichischen Weitwanderwegs 01, dem Nordalpenweg und des Europäischen Fernwanderwegs E4 (die Hauptroute durchquert die Loferer Steinberge und steigt über Waidring zum Steinplattenhaus).

Quelle Text: Wikipedia

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