Wilhelm Steinhausen

Es ist unheimlich schwer, hier den Faden wieder aufzunehmen, denn jetzt fehlt ein wichtiger Puzzlestein aus meinem Leben.
Ich danke Euch sehr für Eure lieben Worte und Gedanken.

Das Beste empfangen wir in unserm ganzen Leben unbemerkt.
Wilhelm August Theodor Steinhausen

Wilhelm Steinhausen
Foto aus Wikipedia, Urheber: Emmaus
Landschaftsstudien, Tagebücher 1909 (Städel/Frankfurt)

Wilhelm August Theodor Steinhausen (* 2. Februar 1846 in Sorau, Provinz Brandenburg, heute Polen; † 5. Januar 1924 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Maler und Lithograf.

Kindheit und Jugend in Sorau und Berlin
Steinhausen war der jüngste Sohn des Sorauer Augen- und Garnisonsarztes August Friedrich Wilhelm Steinhausen und dessen jüdischer Ehefrau Henriette Auguste, geb. Naphtali. Schon früh zeigte sich das Talent Steinhausens.

Nach Beendigung seiner Schulzeit begann Steinhausen an der Kunstakademie in Berlin Kunst zu studieren. Dort wurde er zusammen mit Hans Meyer Schüler von Eduard Daege, Eduard Holbein, Julius Schrader und Adolf Schroedter. Eigentlich wollte Steinhausen die Landschaftsmalerei als Studienschwerpunkt; da aber aktuell nur Figurenmalerei angeboten wurde, schrieb er sich für dieses Fach ein.

Studium, Italienreise und erste Jahre als Maler in München
Im Herbst 1866 wechselte Steinhausen an die Kunstakademie nach Karlsruhe. Dort wurde er u. a. Schüler von Ludwig Descoudres und Hans Canon. Dort in Karlsruhe lernte er Hans Thoma kennen und befreundete sich mit ihm. Exerzitien im Zisterzienserkloster Maulbronn 1868 bestärken Steinhausen in seinem künstlerischen Schwerpunkt des religiösen Genres.

Nach dem Tod der Mutter kehrt Steinhausen 1870 nach Berlin zurück. Es entstand hier u. a. der Entwurf für ein Glasfenster der Geberschen Villa. Steinhausen lernte Ludwig Richter kennen und arbeitete einige Zeit mit ihm in Loschwitz. Das „Michael-Beer-Stipendium für Historienmalerei“, das ihm 1871 verliehen wurde, ermöglichte ihm einen längeren Studienaufenthalt in Italien. Dort wird er auch von den Fresken Giottos beeinflusst. Nach seiner Rückkehr ließ sich Steinhausen im Februar 1873 als freischaffender Künstler in München nieder.

Dort entstanden u. a. die Illustrationen für die „Chronica eines fahrenden Schülers“ von Clemens Brentano sowie, inspiriert durch den Beruf seines Vaters und die konservativ-religiöse familiäre Umgebung, das Bild „Die Heilung des Blindgeborenen“. Durch vernichtende Kritiken und dem daraus sich ergebenden Ausbleiben von Aufträgen verließ Steinhausen München und wohnte nun abwechselnd bei seinen Brüdern Heinrich Steinhausen (Lindow) und Friedrich Steinhausen (Berlin). Ab 1875 versuchte Steinhausen auch in Berlin vergeblich Aufträge zu gewinnen. Seine Beteiligungen an verschiedenen Ausstellungen wurden von der offiziellen Kunstkritik nicht beachtet.

Die Frankfurter Zeit
1876 lernte Steinhausen den Maler Friedrich Geselschap kennen, der ihn mit dem Frankfurter Architekten Simon Ravenstein bekannt machte. Im November desselben Jahres ging Steinhausen nach Frankfurt und lernte dort durch Thoma auch Louis Eysen und Peter Burnitz kennen. Teilweise in Zusammenarbeit aber auch allein entstanden in den folgenden Jahren die Innenausstattungen vieler Villen. Dabei blieb Steinhausen seinem Genre der klassischen Antike und der Bibelszenen treu.

1880 heiratet Steinhausen Ida Wöhler aus Berlin. Mit ihr hatte Steinhausen sechs Kinder; u. a. Marie Paquet-Steinhausen. Sechs Jahre später bezog die Familie eine eigene Villa; das jetzige Steinhausen-Haus. Dieses Domizil war ein Teil einer Künstlersiedlung, welche der Architekt Ravenstein entwarf und baute. Dort war er jahrelang der Nachbar seines Freundes Thoma.

Größere Aufträge führten Steinhausen nach Wernigerode (1890) und nach Wien (1897). Da seine z. T. monumentalen Wandgemälde in Privathäusern kaum jemand sah begann Steinhausen ab 1900 zahlreiche kirchliche Gesangs- und Gebetbücher zu illustrieren. Nach eigenem Bekunden wollte er „… gute Bilder ins Volk … bringen“. Diese Auftragsarbeiten trugen entschieden zur Stärkung der christlichen Volkskunst bei. Mit der Zeit blieben dann auch öffentliche Aufträge auch nicht mehr aus: z. B. die Ausgestaltung der Aula des Kaiser-Friedrichs-Gymnasiums (heute: Heinrich-von-Gagern-Gymnasium), Frankfurt am Main (1905), die Wandbilder der Hospitalkirche in Stuttgart (1905) und die monumentale Innenraum-Ausmalung (20 Ölbilder und ein Deckenfresko) der Lukaskirche in Frankfurt-Sachsenhausen (1913/18), gestiftet von Rose Livingston.

Steinhausen war Mitglied in einer der ältesten deutschen Künstlervereinigungen, der Frankfurter Künstlergesellschaft, die auch etliche seiner Werke ausstellte.

Burg Schöneck, Versuch eines Altersruhesitzes
1910 erwarb Steinhausen das Schloss Schöneck im Hunsrück, das damit zum Ruhesitz des Künstlers wurde. Jahre später wurde durch einen Schlaganfall sein künstlerisches Schaffen jäh beendet. Er erlitt dasselbe Schicksal wie seine Ehefrau 1914 und war fortan gelähmt. 1920 machte ein zweiter Schlaganfall Steinhausen zum Pflegefall. In ihrem Ansitz „Schöneck“ sorgten ihre Kinder für eine kontinuierliche Pflege.

Am 19. November 1923 starb Ida Steinhausen; am 5. Januar 1924 im Alter von nahezu 78 Jahren Wilhelm Steinhausen.

Leistungen
Steinhausens künstlerisches Lebenswerk beinhaltet nicht nur die privaten Monumental-Bilder und Ausstattungen von Kirchen, Villen und Geschäftshäusern; er hat auch eine unüberschaubare Menge von Porträts und Landschaftsbildern geschaffen und war zudem bildhauerisch tätig. Unter dem Pseudonym Malerulus fertigte Steinhausen mehrfach Illustrationen für Bücher. Da seine Werke in religiös gesinnten Kreisen weit verbreitet waren (Schlatter-Bibel, Gesangbuch-Illustrationen, Konfirmations-Urkunden, Kunstdrucke), hat er die volkstümliche Rezeption religiöser Motive beeinflusst. Über Hans Thoma wurde Steinhausen auch mit der Kronberger Malerkolonie bekannt. Da er in seinen Landschaften immer in einen christlich-religiösen Kontext stellte oder zumindest in einer Allegorie meist über die einfache Darstellung weit hinaus ging, war er sicher nur am Rande mit dieser Künstlervereinigung verbunden. Dazu gehört hatte er auf alle Fälle.

Ehrungen
1900: Verleihung des Professorentitels
1906: Ehrendoktorwürde Dr. theol. h.c. durch die Universität Halle (Saale)

Quelle Text: Wikipedia

3 Gedanken zu „Wilhelm Steinhausen

  1. Quizzy

    Wunderschöne Landschaftsbilder sind das, die mich sehr an die französischen Impressionisten erinnern.

    „Leuchtende Tage.
    Nicht weinen, dass sie vorüber,
    Lächeln, dass sie gewesen.“

    Ich wünsche dir von Herzen, dass dir der Spruch von Konfuzius etwas Trost schenkt.

    Alles Liebe
    Renate

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