Eggenstein-Leopoldshafen

Eggenstein-Leopoldshafen
Foto aus Wikipedia, Urheber: Gemeindearchiv Eggenstein-Leopoldshafen

Eggenstein-Leopoldshafen ist eine Gemeinde im Landkreis Karlsruhe mit rund 15.000 Einwohnern. Sie wurde im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform aus den Gemeinden Eggenstein und Leopoldshafen gebildet. Ein Teil des Großforschungsbereichs des Karlsruher Instituts für Technologie befindet sich auf der Gemarkung Leopoldshafen.

Geographie
Die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen liegt in der Rheinebene rund zwölf Kilometer nördlich des Zentrums von Karlsruhe und grenzt an dessen Ortsteil Neureut an. Im Norden liegt die Gemeinde Linkenheim-Hochstetten. Diese Ortschaften liegen zusammen auf einer Rodungsfläche, die auf zwei Seiten durch topographische Barrieren eingefasst ist: Nach Osten der Hardtwald, jenseits der Waldfläche liegt die Stadt Stutensee. Im Westen der Rhein, gegenüber liegt die Gemeinde Leimersheim (Landkreis Germersheim, Rheinland-Pfalz).

Gemeindegliederung
Die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen besteht aus den ehemaligen Gemeinden Eggenstein und Leopoldshafen. Zur ehemaligen Gemeinde Eggenstein gehören das Dorf Eggenstein und das Haus Bahnstation Eggenstein. Zur ehemaligen Gemeinde Leopoldshafen gehören das Dorf Leopoldshafen, der Ort „Am Hafenplatz, Siedlung“, das Gehöft Am Gewann Schröcker Tor und das Haus Bahnstation Leopoldshafen.

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Eggenstein liegen die Wüstungen Hofstatt, die möglicherweise mit anderen Ortsnennungen der näheren Umgebung identisch ist, und nicht lokalisiert Vefrisse. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Leopoldshafen wie auch teilweise in der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten liegt die Wüstung Frecanstetten.

Geschichte
Eggenstein
Die Gemeinde Eggenstein wird urkundlich erstmals in einem Urkundeneintrag des Lorscher Codex vom 13. Juni 766 als „villa hecinstein“ erwähnt. Die eigentliche Siedlungsgründung dürfte jedoch früher, in alemannischer oder fränkischer Zeit, erfolgt sein. Der Name „Hecinstein“ oder später „Eckenstein“ bedeutet so viel wie „Spitze“ und „Stein“ und könnte auf die Existenz einer vorgeschichtlichen Kultstätte am heutigen Kirchberg hinweisen. Im Mittelalter verfügte der Ort über eine der frühesten Pfarreien der näheren Umgebung.

Eine erste Nennung der Pfarrei Eggenstein datiert aus dem Jahr 1160. Eggenstein gehörte zu dieser Zeit zum Bistum Speyer. 1239 wurde Eggenstein kirchlich dem 1110 gegründeten Kloster Gottesaue unterstellt. Das Kloster verfügte über Besitzungen und einen Zehnthof im Ort. 1556 wurde Eggenstein im Zuge der Reformation evangelisch.

1689–1693 erfolgte im Pfälzischen Erbfolgekrieg die nahezu vollständige Verwüstung des Ortes. Im 18. Jahrhundert entstanden neben Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk neue Gewerbeformen. Im Ort befand sich damals eine bedeutende Pferdezucht. Weitere Gewerbe waren Torfabbau, Goldwäscherei und das Zieglergewerbe. Im 18. Jahrhundert ist Eggenstein ferner oftmals Lager- und Quartierort durchmarschierender Kriegstruppen. Linksrheinische Gemarkungsgebiete gehen 1802 infolge des Friedens von Lunéville verloren.

Ein bei Eggenstein durchgeführter Durchstich im Zuge der Rheinbegradigung durch Oberst Johann Gottfried Tulla im Jahr 1818 wird im Dorf groß gefeiert. 1869/70 Bau der Rheintaleisenbahn und Errichtung eines Bahnhofsgebäudes. 1925/26 Bau eines gemeindeweiten Wasserleitungssystems. 1939 infolge seiner Grenzlage zu Frankreich Errichtung zahlreicher Westwall-Bunker.

Nach dem Zweiten Weltkrieg finden hier zahlreiche Heimatvertriebene eine neue Heimat. Errichtung eines Gewerbegebiets im Tiefgestade in den 1960er Jahren. Zahlreiche Gärtnereien und eine florierende Blumenzucht bringen Eggenstein den Ruf eines „Gärtnerdorfes“ ein. Enorme Ausweitung des Siedlungsgebietes durch Neubaugebiete.

Leopoldshafen
Die erstmalige urkundliche Nennung Leopoldshafens bzw. Schröcks datiert vom 1. Juli 1160. Damals bestätigte Bischof Günther von Speyer die Besitzübertragung des dortigen Hofes ans Kloster Maulbronn. Die früheste Schreibweise „Schrâg“ entwickelte sich später zu den Schreibweisen „Schreck“, „Schroeckh“, „Schröck“. Der Name gibt bis heute Rätsel auf, er bedeutet zunächst so viel wie schrecken, aufschrecken, springen, hüpfen oder kragen. Damit könnte auf den markanten und auffällig spitzen Gestadesporn Bezug genommen worden sein, auf dem Schröck einst errichtet wurde und der in den Rhein hineinragte. Auf ein Gesuch des Handelsstandes und der Einwohnerschaft an den damaligen Großherzog Leopold von Baden wurde das Dorf mit amtlicher Veröffentlichung vom 4. Juni 1833 in „Leopoldshafen“ umbenannt.

Mit der Besitzübertragung des Hofes Schröck an Kloster Maulbronn wird dieser zu einer Grangie, einem bewirtschafteten Klosterhof. Bereits im 14. Jahrhundert befinden sich in Schröck aufgrund seiner günstigen Lage am Rhein eine Zollstelle und eine Fähre. Erstmalige Erwähnungen stammen aus den Jahren 1382 (Zollstätte) und 1390 (Fähre). 1556 wird Schröck evangelisch. Bereits 1750 befindet sich hier ein Hafenplatz; Privatleute errichten zur Förderung des Handels ein Warenlagerhaus mit Kranen. 1762 wird Schröck eigenständige Gemeinde. 1765 Errichtung einer herrschaftlichen Salpetersiederei und 1789 einer Kristallglasfabrik im alten Klosterhof. 1768/69 Errichtung einer großherzoglichen Poststation. 1812 Verlegung des Hafenbeckens an seine heutige Stelle. 1818 erhält der neue Hafen ein neues Lagerhaus mit Kranen. 1831 Einrichtung eines regelmäßigen Schifffahrtsverkehrs von Schröck nach Mainz. Eine ständige Versandung des Hafenbeckens und ungünstige Entwicklungen wichtiger Standortfaktoren (1862 Errichtung des Hafens Maxau, 1869/70 Errichtung des Eisenbahnnetzes zunächst ohne Haltestelle Leopoldshafen, 1901 Errichtung des Rheinhafen Karlsruhe) führten schließlich zum völligen Niedergang des Schifffahrtsbetriebs. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte mit der Errichtung des Forschungszentrums Karlsruhe (heute Karlsruher Institut für Technologie, KIT) ab 1956 ein neuerlicher wirtschaftlicher Aufschwung ein. Explosionsartiges Wachstum der Baugebiete.

Eggenstein-Leopoldshafen
Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg Anfang der 1970er Jahre schlossen sich Eggenstein und Leopoldshafen zum 1. Dezember 1974 zu einer Einheitsgemeinde zusammen. Um beiden Ortsteilen Rechnung zu tragen und weil es an glaubwürdigen Alternativen mangelte, wurde der neue Gemeindename „Eggenstein-Leopoldshafen“ festgelegt.

Wichtige infrastrukturelle Ereignisse neuerer Zeit waren 1978 der Neubau der Bundesstraße 36 außerhalb der Ortschaften sowie 1986 der Anschluss an das Stadtbahnnetz der Stadt Karlsruhe („Hardtbahn“).

Quelle Text: Wikipedia – dort gibt es weitere Informationen

3 Gedanken zu „Eggenstein-Leopoldshafen

  1. minibar

    Die durften wenigstens alle ihre Namen behalten. Das Haus, vermutlich das Rathaus ist wunderschön.
    Ach, Germersheim, das habe ich schonmal gehört.

    Hier im Ruhrgebiet ist das nicht so. Da gibt es die Stadt Herten, doch die ehemalige Stadt Westerholt ist nur ein Ortsteil davon….

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  2. Helmut

    Warum in die Ferne schweifen?? Das Gute liegt so nah. Nun kenne ich die Geschichte der beiden Orte. Sie liegen faaaast vor meiner Haustüre.

    Griaßle nach GAP

    Helmut

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