Stein am Kocher

Hermann Josef war in Neuenstadt und hat beim Ortsteil Stein steinreich gedacht ūüėÄ
Herzlichen Dank!

Stein am Kocher
Foto aus Wikipedia, Urheber: Peter Schmelzle

Stein am Kocher ist ein Ort in Baden-W√ľrttemberg, der zu Neuenstadt am Kocher geh√∂rt und rund 2500 Einwohner hat.

Stein am Kocher liegt etwa vier Kilometer nordwestlich von Neuenstadt im Kochertal, zur Gemarkung gehören ebenfalls der Lobenbacher Hof und der Buchhof.

Ortsgeschichte
Der Ortsname von Stein r√ľhrt von einem rund 20 Meter hohen Tuffstein am Schlossberg (Hallenberg) her, auf dem sich bereits im hohen Mittelalter die Burg zum Stein (sp√§ter: Oberes Schloss) der Herren von Weinsberg befand. S√ľdlich und westlich unterhalb des Schlossbergs liegt der Ort als Burgweiler. Den s√ľdlichen Abschluss des Altortes bildet das Wasserschloss Presteneck, das urspr√ľnglich auch ein Weinsberger Lehen war und wohl bereits im Mittelalter als Burg bestand. Mit der Burgkapelle der Margarethe von Weinsberg in der Burg zum Stein wird eine Kirche am Ort erstmals 1090 erw√§hnt.

Das Dorf Stein und die Schl√∂sser Presteneck und zum Stein wurden 1335 von den Herren von Weinsberg an Kurmainz verkauft. Schloss zum Stein und ein kleiner Teil des Ortes Stein kam danach wieder als Lehen zu den Weinsberg. Presteneck und der restliche Teil des Ortes ging als Lehen an die Berlichingen. Diesen folgten die Echter von Mespelbrunn und diesen die Horneck von Hornberg als Lehensnehmer. 1549 kaufte Eberhard von Gemmingen Presteneck und den Teilort. Er und sein Sohn Hans Walther errichteten 1580 anstelle der Burg Presteneck das heutige Wasserschloss Presteneck. Das Obere Schloss und der andere Teil des Ortes gelangten 1670 pfandweise an die Herren von Dalberg, die dort an deren Stelle ein Landhaus errichteten, und sp√§ter √ľber die Wiser und Westerholt an die Grafen von Degenfeld.

Bei der Mediatisierung der Regionalf√ľrstent√ľmer gelangte Stein 1803 zun√§chst an die Grafen Leiningen-Heidesheim, 1806 dann zum Gro√üherzogtum Baden und war damit, im Gegensatz zu den anderen Teilen der heutigen Stadt Neuenstadt, bis zu seiner Eingemeindung Teil des Landkreises Mosbach.

Nach dem Aussterben der Linie von Gemmingen zu Presteneck 1831 verfiel das Wasserschloss allm√§hlich und wurde von den Erben sp√§ter an die Gemeinde Stein verkauft. 1871 erwarb die Gemeinde auch ein 1852 von Abraham Gumbel erbautes Haus und nutzte es k√ľnftig als neues Rathaus. Gegen√ľber dem Rathaus wurde ein Kriegerdenkmal zu Ehren der Kriegsteilnehmer 1870/71 errichtet. Im sp√§ten 19. Jahrhundert wurde auch die verfallene Weinsbergsche Burg vollends abgetragen und an ihrer Stelle 1884 die neogotische Pfarrkirche als Fortf√ľhrung der Burgkapelle errichtet.

1939 wurden 1040 Einwohner gez√§hlt, Ende 1945 waren es 1074 und 1961 rund 1230. 1970 erwarb das Land Baden-W√ľrttemberg Schloss Presteneck und hat es 1976¬Ė81 umfassend saniert. 1972 erfolgte die Eingemeindung des Ortes nach Neuenstadt am Kocher. Am 31. Mai 2008 hatte Stein am Kocher 2492 Einwohner.

J√ľdische Gemeinde
Nach dem Drei√üigj√§hrigen Krieg wurden von beiden Ortsherrschaften Juden in Stein angesiedelt, die hier eine Synagoge errichteten. Um 1840 hatte die J√ľdische Gemeinde Stein am Kocher mit rund 130 Personen ihren h√∂chsten Stand, durch Auswanderung und Landflucht ging die Gemeindegr√∂√üe allerdings schnell stark zur√ľck. 1875 waren es nur noch rund 50, 1900 noch 15, und 1933 noch zehn Personen, von denen den meisten die Auswanderung gelang. Zu Ausschreitungen gegen Juden kam es in Stein w√§hrend der NS-Zeit nicht, gleichwohl verstarben mindestens drei J√ľdinnen aus Stein im Zuge der Deportation. Die Synagoge wurde 1935 verkauft und im April 1945 durch Kampfhandlungen zerst√∂rt. Zu den bekannten Juden aus Stein z√§hlt die Familie Gumbel, die u. a. mehrere Bankiers hervorgebracht hat.

Sehensw√ľrdigkeiten
* Schloss Presteneck ist ein renaissancezeitliches, 1579 bis 1583 erbautes dreifl√ľgeliges Wasserschloss mit prunkvollem Gemmingenschem Wappen √ľber dem Haupttor, historischem Torhaus und Wirtschaftsgeb√§ude von 1579. Das Schloss wurde 1976 bis 1981 saniert und diente heute Wohn- und B√ľrozwecken.
* Die Pfarrkirche Heilig Kreuz wurde 1881 bis 1884 im Stil der Neogotik nach Pl√§nen von Ludwig Maier auf dem Schlossberg an Stelle der fr√ľheren Burg erbaut. Vorg√§ngerbau der Kirche war die urspr√ľnglich aus dem 11. Jahrhundert stammende Burgkapelle, die 1501 von Philipp von Weinsberg und 1725 unter von Dalberg erneuert wurde und 1835 in den Besitz der Gemeinde kam. Die Kirche wurde 1987 bis 1994 umfassend renoviert.
* Außer der Kirche befindet sich auf dem Schlossberg auch das Dalbergsche Landhaus, ein repräsentativer Wohnbau der einstigen Ortsherrschaft, der als Oberes Schloss einst auch von den Grafen von Wiser und den Grafen von Westerholt bewohnt wurde.
* Die Marienkapelle (Friedhofskapelle) wurde als Bethusel erstmals 1382 erwähnt und 1750 in ihrer heutigen Form erneuert. Nach schwerer Beschädigung 1945 nur noch als Lagerraum genutzt, wurde das Gebäude ab 1999 saniert und dient seit seiner erneuten Weihe im September 2002 wieder kirchlichen Zwecken.
* Das Pfarrhaus von 1782 wurde an Stelle eines Weinsbergschen Pfr√ľndehauses errichtet.
* Das Rathaus wurde 1852 errichtet, auf dem gegen√ľberliegenden Platz befindet sich ein Kriegerdenkmal.
* Das historisches Gasthaus Lamm mit Saalbau wurde um 1900 erbaut.
* Im Buchhof befindet sich die von den Buchhöfer Bauern gestiftete und 1909/10 erbaute Marienkapelle mit schmuckvoller Ausmalung von Anton Glasen.

Quelle Text: Wikipedia

4 Gedanken zu „Stein am Kocher

  1. Helmut

    Es f√§llt mir auf: Kocher – Jagst – Radweg w√§re noch zu absolvieren… Er liegt ja „fast“ vor der Haust√ľre.
    So einen Hinweis bekomme ich durch deinen Blog.

    Ein dezenter Hinweis (Steinwurf) von mir sei erlaubt: in der N√§he von √Ėhringen gibt es einen Ort namens Neuenstein. In Neuenstein gibt es auch ein Schlo√ü, das Schlo√ü Neuenstein.

    Liebe Gr√ľ√üe vom Schleckerm√§ulchen

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  2. Waldameise

    Liebe Helga,

    scheint auch ein nettes Städtchen zu sein. Und es hat allerhand zu bieten, wie man nachlesen kann. Solche kleinen Städte besuche ich gern, während mich große abschrecken.

    Ich kenne nur Stein am Rhein, ebenfalls sehr schön.

    Liebe Gr√ľ√üe,
    die Waldameise

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