Lalibela

Lalibela
Foto aus Wikipedia, Urheber: Pzbinden7
Die Kirche Bet Giyorgis von oben betrachtet

Lalibela (auch Ladibela) oder Neu-Jerusalem (früher Roha) ist eine heilige Stadt und Wallfahrtsort in Äthiopien. Lalibela liegt in der vormaligen Provinz von Wollo. Der Ort liegt 2500 m über N.N. und hat 8484 Bewohner (Volkszählung 1994), die fast vollständig äthiopisch-orthodoxe Christen sind.

Lalibela ist weltweit bekannt für die monolithischen elf Kirchen, die – überwiegend mehrgeschossig – in rote Basaltlava gemeißelt sind. Die Kirchen entstanden beginnend mit der Regentschaft von Kaiser Gebra Maskal Lalibela, auch bekannt unter dem Namen Heiliger Lalibela (ein Mitglied der Zagwe-Dynastie) im 12./13. Jahrhundert. Wahrscheinlich wurde insgesamt 100 Jahre an der Anlage gebaut. In dieser Zeit blühte der christliche Glaube in Äthiopien, die Kirchen werden auch als Symbol für die enge Verbundenheit der äthiopischen Christen mit dem Heiligen Land verstanden. Heute zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Lalibela hat eine lange christliche Tradition der äthiopisch-orthodoxen Kirche und ist ein Pilgerort für viele Christen.

Geschichte
Lalibela, nach dem der Ort benannt wurde, war der Name des wichtigsten Kaisers aus der Zagwe-Dynastie. Er regierte das Reich Lasta. Im 12./13. Jh. ließ er elf Kirchen jeweils als Ganzes aus der umgebenden Felsformation herausarbeiten, jeweils bis zu 800 m² groß und zehn Meter hoch. Diese Gebäude gelten als die größten von Menschen elaborierten monolithischen Strukturen der Welt. Die Kirchen dienen noch immer ihrem ursprünglichen Zweck und werden von orthodoxen Pilgern aufgesucht. Um Lalibela herum entstand im 12. Jahrhundert das Königreich Äthiopien nach dem Zusammenbruch des Reichs von Aksum.

Amhaar Yekunno Amlak vertrieb schließlich die Zagwe und bestieg den Thron 1270. Er begründete seinen Anspruch auf die Herrschaft mit seiner angeblichen Abstammung vom biblischen König Salomon. Im „Kebre Negest“ (der Ruhm der Könige), eine von Äthiopiens wichtigsten Überlieferungen, wird seine salomonische Abstammung beschrieben. Die Mythen um den Priesterkönig Johannes ließen zusätzlichen Glanz auf die Herrschaft dieser „Nachfahren von Salomon“ fallen.

Die elf Felsenkirchen von Lalibela sind in drei Gruppen unterteilt:

Nördliche Gruppe:
Bet Medhane Alem, in der auch das Lalibela-Kreuz untergebracht ist, ist die größte monolithische Kirche der Welt; Vorbild für diese Kirche war wohl St. Maria von Zion in Aksum.
Bet Maryam ist wahrscheinlich die älteste der Kirchen.
Bet Golgotha ist bekannt für ihre Kunstgegenstände sowie das Grab von König Lalibela.
Selassie-Kapelle
Grab von Adam.

Westliche Gruppe:
Bet Giyorgis, deren Verarbeitung am vollendetsten und die am besten erhalten sein soll.

Östliche Gruppe:
Bet Amanuel war wahrscheinlich die vormalige Hofkapelle war.
Bet Merkorios war wahrscheinlich vorher ein Gefängnis.
Bet Abba Libanos.
Bet Gabriel-Rufael war wahrscheinlich der vormalige Königspalast und verbunden mit der Heiligen Bäckerei.
Etwas weiter entfernt liegen das Kloster Ashetan Maryam sowie die Kirche Yimrehane Kristos, gebaut im Aksumite-Stil (aber ohne Keller) wahrscheinlich im 11. Jahrhundert.

Entgegen gewisser verbreiteter Mythen sind die Kirchen in Lalibela nicht mit Hilfe der Schwert-Templer gebaut worden, sondern allein von der äthiopischen Bevölkerung.

Quelle Text: Wikipedia

4 Gedanken zu „Lalibela

  1. Helmut

    … und wieder ein Ort, von dem ich zuvor noch nie was gehört habe. Felsenkirche hört sich auf alle Fälle sehr interessant an.

    Liebe Grüße nach GAP

    Helmut

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  2. Traudi

    Hallo liebe Helga,
    da hast du mich wieder auf etwas gebracht! Ich liebe Felsenkirchen und da hab ich gleich mal das www durchstöbert und wunderschöne Bilder gefunden. Hätt ich nie gedacht, dass es in Äthiopien so etwas gibt.

    Viele Grüße
    Traudi

    Antworten
  3. Elke

    Äthiopien muss ein ungeheuer interessantes Land sein. Irgendwann bin ich mal darauf gestoßen, dass es mehr ist als nur das Armenhaus Afrikas. In meiner Jugend lebte ja noch Haile Selassie, der letzte Kaiser Äthiopiens. Irgendwie kam der mir immer sehr mysthisch vor.
    Lieben Gruß
    Elke

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