Bullaun

Diesen aussergewöhnlichen Stein hat Engelbert gefunden – steinreichen Dank 😀

Bullaun
Foto aus Wikipedia, Urheber: J. E. Walkowitz
Der Bullaun Lydacan

Bullaun (selten auch Bullain) ist der irische Name für eine verhältnismäßig tiefe halbkugelige (hemisphärische) Aushöhlung in einem Felsblock. Der Begriff Bullaun (oder Bullaunstein) bezieht sich aber auch auf den niedrigen, allenfalls kniehohen menhirartigen oder flachrunden Stein, der auch mehrere (multiple) Bullauns beherbergen kann, obgleich die meisten Steine nur eine Aushöhlung haben.

Der ursprüngliche Zweck der Bullaune ist unbekannt. Sie könnten sowohl eine Verbindung zum Wasserkult und damit zur Anbetung der Göttin Brigid besessen haben, als auch rituelle Mörser (engl. Mortar) gewesen sein. Sie werden allgemein in die Bronzezeit datiert, können aber auch älter sein. Besonders zahlreich sind sie in den Countys Carlow (Busherstown) und Wicklow. Im Feld bei der Kirche von Toureen Peacaun im Co. County Tipperary liegt die ungewöhnliche niedrige kreisförmige Steinstruktur Beakan´s Cell von 4 m Durchmesser, innerhalb der zwei Bullauns liegen. Der größere ist unregelmäßig und scheint nicht zum Mahlen genutzt worden zu sein. Montiert in die Mauer, die diese Bullauns als Schutz umgibt, ist eine kleiner Cross-slab, was wohl darauf verweist, dass die Struktur alt ist.

Bullauns sind meist mit individuellen Namen versehen. Der Madman´s Stone auf der Dingle-Halbinsel im Co. County Kerry zeigt etwas wie den Abdruck einer Handfläche auf einer Seite, der von Trinkenden stammen soll, die sich hier aufstützten. Über ihn heißt es: Der Bullaun in diesem Stein wurde von den Feen mit Milch gefüllt und die Leute wurden verrückt, wenn sie bei Nacht das Tal durchstreiften und davon tranken.

Mit dem Brauchtum um den Bullaun wurde offenbar in der frühchristlichen Periode unter verändertem Vorzeichen fortgefahren. Viele werden in Verbindung mit frühchristlichen Kirchen und Klöstern gefunden (so auf Devenish Island, Holy Island im Lough Derg, Co. County Clare) oder an heiligen Brunnen. Ihre Anwesenheit an diesen Orten weist auf die große Wertschätzung, die sie bei den vorchristlichen Bewohnern Irlands hatten, und das Bemühen der christlichen Kirche, sie zu integrieren. Bullauns gibt es auch in England, Wales und Schottland. Es soll sie auch in Frankreich, auf Gotland und selbst in Litauen geben. Ihre größte Entsprechung außerhalb Irlands finden sie beispielsweise in den Querns oder den multiplen Querns (am Tempel von Kordin III) auf Malta.

Bullaun ist auch der Name eines Dörfchens, welches in der Nähe des Turoe-Steins bei Loughrea im Co. Galway liegt.

Quelle: Wikipedia

6 Gedanken zu „Bullaun

  1. Quizzy

    Jedesmal, wenn ich was über Irland lese, zieht’s mich da magisch hin – ob ich das in diesem Leben noch schaffe, die Insel zu besuchen?

    Liebe Grüße
    Renate

    PS: Du kannst dir was Erstein… ähhh … Erstaunliches bei mir abholen! 😉

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  2. katinka

    Beim ersten Blick auf das Bild dachte ich erst an ein Taufbecken.
    Nach Lesen deiner Ausführungen dazu, stelle ich mir doch eher Miraculix, den Druiden, vor diesem Napf vor … auch wenns örtlich nicht ganz so passt. *lol*

    Ein sehr interessanter, mystischer Stein den Engelbert da gefunden hat. 🙂

    miracolustige Grüße (ich ess grad Nudeln 🙂 )
    vom üchelix

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  3. Helga

    ..wieder was neues gelernt über irische Sagen und Kultur, super und ich werde danach suchen, das nächste Mal.
    Grüße mir das Werdenfelser Land und liebe Grüße
    an Dich!
    Helga

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  4. Eveline

    Da haben die Iren wahrscheinlich frühers ihre Whiskeygläser reingestellt damit sie nicht umfallen :mrgreen:

    Und weil sie so mystisch sind, waren die Steine am Rausch schuld, nicht der Whiskey 😀

    Lasst euch das Wochenende gut schmecken 🙂
    Huggels, Eveline

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