Kalaha

Im Dezember 2007 wurde mir dieser Stein zugeschoben – schon ist er da :mrgreen:
Danke, liebe Quizzy, hier geht nix verloren, nur zeitweise verschütt 🙂

Kalaha
Kalaha-Brett mit bunten Glassteinen (amerikanischer Stil)

Kalaha, im englischen Sprachraum Kalah genannt, ist ein modernes Strategiespiel der Mancala-Familie (von arab.: naqalah = bewegen) für zwei Spieler. Mancala (auch: Mankala, Manqala) ist der wissenschaftliche Gattungsbegriff (generischer Terminus) für eine Gruppe von Brettspielen, bei denen der Inhalt von Mulden nach bestimmten Regeln umverteilt wird. In Deutschland benutzt man auch den Begriff Bohnenspiele.

Geschichte
Das Spiel wurde 1940 von dem amerikanischen Steuerberater William Julius Champion in Mystic, Connecticut, erfunden. Die Idee dazu bekam er schon 1905, als er an der Universität Yale (New Haven, Connecticut) einen Artikel über die Weltausstellung in Chicago (1893) las, in dem über Mancala-Spiele berichtet wurde. Das Spiel erschien erstmals 1944 auf dem amerikanischen Markt und wurde ab 1958 von der von Champion eigens zu diesem Zweck gegründeten Kalah Game Company produziert. Champion ließ sein Spiel 1952 (Design) und 1955 (Regeln) patentieren. Der Markennamen war in den USA von 1970 bis 2002 geschützt. Trotzdem fand es viele Nachahmer, darunter Conference (Mieg’s, 1965), Sahara (Pelikan, 1976) und Bantumi (auf Nokia-Handys seit 2000).

Kalaha ist fast identisch mit Dakon (Java) und Congkak (Malaysia), zwei asiatischen Mancala-Varianten. Der größte Unterschied ist, dass bei Kalaha mit dem Verteilen des letzten Samens der Zug endet, während bei den malayischen Spielen der Zug fortgesetzt wird, wenn der letzte Samen in eine gefüllte Spielmulde kommt. Die wichtigsten Gemeinsamkeiten sind, dass die Gewinnmulden beim Verteilen der Samen berücksichtigt werden und Bonus-Züge folgen, wenn der letzte Samen in die eigene Gewinnmulde fällt.

Das erste Kalaha-Computerprogramm wurde bereits 1960 am M.I.T. von Wiley entwickelt. 1978 erreichte Paul Erich Frielinghaus den 5. Platz beim Bundeswettbewerb Jugend forscht mit seinem Kalaha-Programm (er nannte das Spiel Serata). Die Kalaha-Varianten mit bis zu sechs Steinen pro Mulde und Brettgrößen bis sechs Mulden wurden von Donkers et al. im Jahr 2001 gelöst, mit Ausnahme von Kalaha (6, 6). Bei perfektem Spiel gewinnt meist der anziehende Spieler, doch gibt es auch Konstellationen bei denen der nachziehende Spieler im Vorteil ist oder die Partie unentschieden endet.

Das erste Kalaha-Turnier der Geschichte fand 1963 an der Coolidge School in Holbrook, Massachusetts (USA), statt. Es wurde von Ira Burnim gewonnen. Heute gibt es jedes Jahr mehr als 50 Kalaha-Turniere in den USA, meist von Schulen, Jugendzentren, Museen und Bibliotheken organisiert. Kalaha wird von der Kellog Electronic Research Academy in Chicago zur Förderung von Schülern eingesetzt, die unter Dyskalkulie leiden.

In Deutschland gab es Kalaha-Projekte an der Friedrich-Rückert-Oberschule in Berlin und der Lambertischule in Coesfeld.

Die ältesten Mancala-Spielbretter wurden im Nordwesten Äthiopiens bei Matara und Yeha gefunden und stammen etwa aus dem 6.-8. Jahrhundert n. Chr. Zwar wurden auch Muldenreihen im Tempelbezirk von Kurna (1400 v. Chr.), Ägypten, auf Zypern und an verschiedenen Orten in Sri Lanka entdeckt, doch weiß man bis heute nicht, ob es sich dabei überhaupt um Spielbretter handelt, und, wenn ja, welche Spiele darauf gespielt wurden. Auch ist die Datierung dieser Funde äußerst schwierig. Die Muldenreihen von Kurna sind wahrscheinlich erst 1700 Jahre nach dem Bau des Tempels entstanden, da in der Nähe wohl zeitgleich auch koptische Kreuze eingraviert wurden. Trotzdem wird immer wieder behauptet, dass Mancala-Spiele „5000 Jahren alt“ seien, was man getrost als modernen Mythos bezeichnen kann. Auf diese Weise versuchte schon Champion den Umsatz seines Spiels zu steigern.

Trotz der sehr einfachen Spielregeln bietet Kalaha viele taktische Möglichkeiten.

  • Quelle: Wikipedia
  • Die Spielregeln könnt Ihr Euch bei Wikipedia anschauen.

    4 Gedanken zu „Kalaha

    1. Elke

      Dieser Steuerberater hatte wohl wenig zu tun 😉
      Von diesem Spiel habe ich noch nie gehört, aber das Prinzip ist eigentlich sehr bekannt.
      Lieben Gruß
      Elke

      Antworten
    2. Quizzy

      Die „taktischen Möglichkeiten“ bringen meine Spielgegner prinzipell zur Verzweiflung … vielleicht kann ich dich ja mal dazu herausfordern? 😉
      Liebe Grüße
      Renate

      Antworten
    3. Eveline

      Also ab zu Wiki – ich wollt grad fragen „und wie geht das jetzt?“

      Apropos Spielen: ich hab dich im Wettbüro eingesetzt, hoffentlich isch’s recht so :mrgreen:

      Den Daniel mit überfliegenden sonnigen Huggels beglück 🙂
      Eveline

      Antworten
    4. Kerstin

      Na der Steuerberater ließ sich 35 Jahre Zeit von der Idee bis zur Erfindung, da darfst Du auch langsam machen 😉

      Ich glaub des wär kein Spiel für mich. Mit Taktik hab ichs nicht so. *gg*
      LG Kerstin

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