Felsenkirche

Felsenkirche Idar Oberstein
Felsenkirche Idar Oberstein

Eine Felsenkirche ist eine aus dem oder in den Fels geschlagene Kirche. Bei den in den Fels gehauenen Kirchen wird auch von Höhlenkirchen gesprochen.

Während die Existenz von Höhlenkirchen bereits für die christliche Antike belegt ist (St.-Petrus-Grotte im antiken Syrien; frühe Höhlenkirchen in Göreme, Kappadokien), stieg die Verbreitung von Höhlen- und Felsenkirchen in Europa und Afrika doch erst im Verlauf des Mittelalters.

Zu den berühmtesten Bauwerken dieser Art zählen die Felsenkirchen in den Höhlensiedlungen von Matera in Süditalien (zum Beispiel San Pietro Barisano oder Santa Maria dell‘ Idris und San Giovanni), hunderte von Höhlenkirchen im Tuffgestein Göremes und elf monolithische Felsenkirchen im äthiopischen Wallfahrtsort Lalibela, die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden (12°1’53.8″ N, 39°2’28.1″ O). Weitere markante Beispiele stellen die orthodoxen Felskirchen von Iwanowo bei Russe in Bulgarien (13.-14. Jahrhundert) oder die Höhlenkirchen im heutigen russischen Oblast Woronesch (zum Beispiel Diwnogorje) dar.

Eng verwandt mit Felsen- und Höhlenkirchen sind christliche Höhlenklöster, darunter das zum Weltkulturerbe zählende russisch-orthodoxe Kiewer Höhlenkloster aus dem 11. Jahrhundert.

In Anlehnung an die mittelalterlichen Vorgängerbauten sind im 20. Jahrhundert auch moderne Felsen- und Höhlenkirchen entstanden, unter anderem die in Granitfels geschlagene Temppeliaukio-Kirche in Helsinki (Finnland, 1969) oder eine Salzkathedrale in Zipaquirá (Kolumbien, 1954/1999).

Felsenkirche in Deutschland
Wohl auf den Fundamenten einer älteren Höhlenburg wurde in den Jahren 1482 bis 1484 in Idar-Oberstein eine Felsenkirche erbaut. Sie bildet heute das Wahrzeichen der rheinland-pfälzischen Kleinstadt.

Um die Erbauung rankt sich eine Sage:

Um die Mitte des elften Jahrhunderts lebten die Brüder Wyrich und Emich auf dem Schloss Burg Bosselstein. Beide liebten Bertha von Lichtenburg und, als Wyrich von der Verlobung seines jüngeren Bruders mit eben jener erfuhr, stürzte er Emich von einer Klippe nahe des Schlosses.
Gezeichnet von seiner schweren Schuld beichtete Wyrich die Tat einem Abt. Als Sühne sollte er mit eigenen Händen eine Kapelle errichten an der Stelle, wo sein Bruder gestorben war.
Als der Bau vollendet war, bat Wyrich Gott um ein Zeichen der Vergebung. Ein Quell entsprang dem Felsen, der heute noch fließt. Bei der Einweihung der Kapelle sank Wyrich am Altar tot vor dem Abt nieder.

  • Quelle: Wikipedia
  • 5 Gedanken zu „Felsenkirche

    1. Engelbert

      Die in Idar-Oberstein habe ich schon live gesehen … aber nur vom Tal aus beim Vorbeifahren.

      Danke für Deine immer wieder interessanten Steine :)).

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    2. Eveline

      Man meint, sie hätten sich die Arbeit einer Mauer erspart, aber andererseits mussten sie ja in den Fels hauen….
      Mir gefallen die Höhlendörfer sehr gut, hat was…

      Schönen Start ins Wochenende und so 🙂
      Huggels, Eveline

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    3. Traudi

      Idar-Oberstein ist einen Urlaub wert! Ich habe dort einige Tage verbracht und mich nicht satt gesehen an den (Edel-)Steinen. Es gibt dort auch Edelstein-Museen und ein Schau-Bergwerk, wo man früher die Edelsteine abgetragen hat. Das alles muss man gesehen haben! Und das Wahrzeichen der Stadt – das Kirchlein in dem Felsen – ist ein wahres Schmuckstück!

      Viele Grüße aus dem Schwabenländle
      Traudi

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    4. Elke

      Das glaub ich jetzt kaum: ich war auch schon in Idar-Oberstein, aber auf die Kirche bin ich nicht aufmerksam geworden.Ich war mit einer Freundin in Edelsteinschleiferein unterwegs und da hatten wir wohl nichts anderes im Sinn.
      Danke für den Hinweis, vielleicht komme ich ja mal wieder hin, dann werde ich mir diese Kirche bestimmt ansehen.
      Liebe Grüße – Elke

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