Göltzschtalbrücke

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Foto aus Wikipedia, Urheber: Aka

Die Göltzschtalbrücke ist eine Eisenbahnbrücke und die größte Ziegelsteinbrücke der Welt.

Sie überspannt das Tal der Göltzsch zwischen den Orten Mylau und Netzschkau, etwa 4 km westlich von Reichenbach im Vogtland in Sachsen, nahe der thüringisch-sächsischen Landesgrenze bei Greiz. Sie wurde in den Jahren 1846 bis 1851 im Zuge des Baus der Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn zusammen mit einem ähnlichen Bauwerk, der Elstertalbrücke zwischen Jößnitz und Jocketa, erbaut.

Göltzschtalbrücke (vormals Mylau Hst.) war ebenfalls der Name eines 1895 eröffneten Bahnhofs im Tal der Göltzsch unterhalb der Brücke. Hier endeten zwei Nebenstrecken, die von Reichenbach Oberer Bahnhof und von Lengenfeld (Vogtland) kamen.

Planung & Bau
Bei dem Bau dieser Trasse, welche von Leipzig über Plauen und Hof bis nach Nürnberg führt, musste als eine der größten Herausforderungen das Tal der Göltzsch überwunden werden. Da die Sächsisch-Bayerische Eisenbahn-Compagnie über wenig Geld verfügte, wurde versucht, am 27. Januar 1845 mittels eines Wettbewerbes in allen großen deutschen Zeitschriften mit 1000 Talern Preisgeld eine günstige Möglichkeit für den Brückenbau zu finden. Es gingen 81 Vorschläge ein, jedoch konnte keiner davon mittels statischer Berechnungen nachweisen, den Belastungen des geplanten Eisenbahnverkehrs gewachsen zu sein. Das Preisgeld wurde daraufhin auf vier Vorschläge aufgeteilt, aber keiner dieser tatsächlich realisiert.

Der Leiter der Prüfungskommission, Professor Johann Andreas Schubert, entwarf daraufhin unter Berücksichtigung seiner eigenen Erfahrungen mit statischen Berechnungen selbst eine Lösungsmöglichkeit und verwendete dabei einzelne Anregungen aus den eingegangenen Vorschlägen und das bereits im Sommer 1845 fertiggestellte Viadukt in Leubnitz. Damit wurde die Brücke die erste statisch berechnete der Welt. Der Planer sah – damals sehr außergewöhnlich – als hauptsächlichen Baustoff Ziegel vor, weil in der Gegend große Lehmvorkommen vorhanden waren und somit Ziegel kostengünstig und schnell beschafft werden konnten. Nur an einigen besonders stark beanspruchten Stellen plante er die Verwendung von Granit.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 31. Mai 1846. Nach Baubeginn musste die Planung noch einmal geändert werden, da einige technische Schwierigkeiten auftauchten. Unter anderem war der vorgefundene Baugrund im Tal nicht so fest wie vorher angenommen, weshalb die ursprünglich geplanten gleichmäßigen Bögen nach einem Entwurf von Oberingenieur Robert Wilke durch einen mittigen und wesentlich größeren Bogen ersetzt wurden. Dies trug noch weiter zu der Sehenswürdigkeit des imposanten Bauwerkes bei.

Die Göltzschtalbrücke war eine für ihre Zeit außergewöhnliche Großbaustelle. Für den Bau wurden täglich 50.000 Ziegel in dem ungewöhnlichen Format 28 cm x 14 cm x 6,5 cm von fast 20 Ziegeleien entlang der Bahnstrecke gebrannt. Das Baugerüst verbrauchte 23.000 Bäume, andere sprechen von 230.000 Baumstämmen. Insgesamt waren 1736 Arbeiter mit dem Bau beschäftigt. Während des Baus kam es unter ihnen zu 31 tödlichen Unfällen. Nach der Fertigstellung und Einweihung am 15. Juli 1851 war die Göltzschtalbrücke die höchste Eisenbahnbrücke der Welt, die weltweit größte Ziegelbrücke ist sie immer noch.

Quelle Text: Wikipedia – dort weitere Informationen und Bilder

7 Gedanken zu „Göltzschtalbrücke

  1. Quizzy

    Ich sag’s ja immer: „Ohne Lehm, dad’s München ned geb’n“ … und so viele andere Bauwerke auch nicht. Und die Brückenbauer mussten garantiert schwindelfrei sein – ob sie angeseilt waren oder beim Bau öfters mal ein unfreiwilliges Bad in der Göltzsch genommen haben?

    Liebe Grüße
    Renate

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  2. Vinni

    Ah, mal wieder was grob aus meiner heimischen Gegend 🙂

    Ja, die Brücke ist echt schön. Und was die Todesopfer angeht, mittlerweile dürften mehr runtergesprungen sein, als damals beim Bau verunglückten :/

    Liebe Grüße
    Vinni

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  3. Elke

    Ein fantastisches Bauwerk! Ich habe gerade mal den Namen bei Google eingegeben und mir alles an Bildern aufrufen lassen, was es so gibt – toll!
    Lieben Gruß
    Elke

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  4. Anja

    Liebe Helga, auch ich freue mich, dass Du mal wieder einen sächsischen „Stein“ vorstellst. An der Brücke bin ich mal als Schulkind im Rahmen einer Rüstzeit unten entlang gewandert. Ich kann mich noch erinnern, dass wir damals alle ziemlich beeindruckt waren.
    Liebe Grüße und bis bald
    Anja

    P.S.: Wieso muss ich eigentlich nicht mehr rechnen, wenn ich hier einen Kommentar abgebe?

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  5. Agnes

    Die Brücke ist ja unbeschreiblich schön.
    Hab noch nie von ihr gehört, werde mir das mal merken, die ist ja einen Besuch wert.
    Danke für die Informationen
    LG
    Agnes

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