Schloss Sonnenstein

Gar kein sonniger Stein, den mir Engelbert zugeworfen hat. Dankesehr ūüôā

Burg Sonnenstein √ľber Pirna

Der Sonnenstein in Pirna, Sachsen, ist ein Berg mit ehemaliger Festung und Schloss, heute unter dem Begriff „Schloss Sonnenstein“ bekannt. Erstmals 1269 genannt, sicherte er die Wege von Stolpen nach Prag und vom K√∂nigstein nach Mei√üen.

Festung und Heilanstalt
Die fr√ľhe Burganlage, 1460 zum Schloss umgebaut, 1486 abgebrannt und f√ľnf Jahre sp√§ter wieder aufgebaut, wurde 1688 unter Kommandant Wolf Caspar von Klengel zur Festung erweitert. Im Siebenj√§hrigen Krieg verfallen und bereits seit 1764 zivil genutzt, wurde die Anlage 1811 zur Anstalt f√ľr als heilbar angesehene Geisteskranke mit einem wegen ihres reformpsychatrischen Konzepts guten Rufes. Hausarzt und Direktor dieser Heilanstalt wurde Dr. Ernst Gottlob Pienitz. Doch schon am 14. September 1813 besetzten franz√∂sische Truppen den Sonnenstein und erzwangen die Evakuierung der 275 Patienten, beschlagnahmten Vorr√§te und trugen die Dachst√ľhle wegen drohender Brandgefahr ab. Im September 1813 wohnte Kaiser Napoleon zeitweilig im Marienhaus am Markt. Bis zur Kapitulation Dresdens am 11. November verteidigten die Franzosen die Festung. Erst im Februar konnte der Betrieb der Heilanstalt wieder notd√ľrftig aufgenommen werden.

Zwischen 1855 und 1914 wurde die Anstalt durch zahlreiche Neubauten erweitert. 1902 wurde die Anstaltskirche eingeweiht. Von 1922 bis 1939 wurde die staatliche Pflegerschule auf den Sonnenstein verlegt.

Der vor allem durch Freuds Aufsatz 1910/11 ¬ĄPsychoanalytische Bemerkungen zu einem autobiographisch beschriebenen Fall von Paranoia (Dementia Paranoides)“ bekannte Senatspr√§sident Dr. Daniel Paul Schreber war mehrere Jahre auf Sonnenstein interniert (vom Juni 1894 bis zum Dezember 1902), der damalige Anstaltsdirektor Dr. med. Guido Weber, der von 1893 – 1910 Direktor der Anstalt war, hat in dem Entm√ľndigungsprozess mehrere Gutachten √ľber Schreber verfa√üt.

1928 wurde Prof. Hermann Paul Nitsche zum Direktor der auf √ľber 700 Patienten angewachsenen Heilanstalt Sonnenstein berufen. Mit seinem Antritt begann die systematische Ausgrenzung der chronisch psychisch Kranken. Als Bef√ľrworter der ¬ĄRassenhygiene¬ď und ¬ĄEuthanasie¬ď setzte er Zwangssterilisationen, fragw√ľrdige ¬ĄZwangsheilbehandlungen¬ď und ¬ĄVerpflegungssparrationierungen¬ď gegen ¬Ąerbkranke¬ď Patienten durch. Im Herbst 1939 wurde die Anstalt durch einen Erlass des s√§chsischen Innenministers geschlossen und als Reservelazarett und Umsiedlerlager eingerichtet.

Die NS-Tötungsanstalt
Siehe auch die Hauptartikel: Aktion T4 und Gedenkstätte Pirna Sonnenstein

Ber√ľchtigt wurde die Anlage durch ihre Benutzung in der NS-Euthanasieaktion (oder Aktion T4), bei der unter der Leitung des Arztes Horst Schumann in Pirna von Juni 1940 bis August 1941 13.720 Patienten sowie 1.031 KZ-H√§ftlinge durch Vergasung get√∂tet wurden. Die meisten Opfer stammten aus psychiatrischen Anstalten, Heimen f√ľr geistig behinderte Menschen sowie Alters- und Pflegeheimen. Es gab Wochen in denen bis zu 100 Menschen pro „Arbeitstag“ vergast wurden. Ein Krematorium mit zwei Krematoriums√∂fen wurde von der Firma Kori (Berlin) geliefert. Sie wurden aus Ziegelsteinen gemauert, √§hnlich sp√§ter den √Ėfen im KZ Mauthausen.

Tötungsärzte
Die T4-Organisatoren Viktor Brack und Karl Brandt ordneten an, da√ü die T√∂tung der Kranken ausschlie√ülich durch das √§rztliche Personal erfolgen durfte, da sich das Erm√§chtigungsschreiben Hitlers vom 1. September 1939 nur auf √Ąrzte bezog. Die Bedienung des Gashahns war somit Aufgabe der Vergasungs√§rzte in den T√∂tungsanstalten. Allerdings kam es im Laufe der Aktion auch vor, da√ü bei Abwesenheit der √Ąrzte oder aus sonstigen Gr√ľnden, der Gashahn auch vom nicht√§rztlichen Personal bedient wurde. Alle √Ąrzte traten im Schriftverkehr nach au√üen nicht mit ihrem richtigen Namen auf, sondern verwendeten Tarnnamen. In Sonnenstein waren als T√∂tungs√§rzte t√§tig:

Leiter: Horst Schumann (¬ĄDr. Blume¬ď): Juni 1940 bis August 1941
Stellvertreter: Curt Schmalenbach (¬ĄDr. Palm¬ď): Herbert 1940 bis Dezember 1940
Stellvertreter: Klaus Endruweit (¬ĄDr. Bader¬ď): 22. November 1940 bis August 1941
Stellvertreter: Kurt Borm (¬ĄDr. Storm¬ď): Dezember 1940 bis August 1941

In der Pirnaer Bev√∂lkerung kursierten trotz strengster Geheimhaltung Ger√ľchte √ľber die Krankenmorde in der T√∂tungsanstalt. Dass die damalige Bev√∂lkerung dar√ľber schwieg, mag mit passiver Akzeptanz und diffuser Angst vor Sanktionen zusammengehangen haben. Heute erinnert daran die Gedenkst√§tte Pirna Sonnenstein und das Kuratorium Gedenkst√§tte Sonnenstein.
Nach dem Ende der Krankenmorde 1941 wurden auf dem Gel√§nde des Sonnensteins die „Adolf-Hitler-Schule Gau Sachsen“, die Reichsverwaltungsschule und ein Wehrmachtslazarett eingerichtet, welche bis 1945 Bestand hatten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren bis 1949 Fl√ľchtlingslager und ein Quarant√§nelager f√ľr entlassene Wehrmachtsangeh√∂rige, das Landratsamt und eine Polizeischule (bis 1954) untergebracht.

  • Quelle und mehr Info: Wikipedia
  • 2 Gedanken zu „Schloss Sonnenstein

    1. Eveline

      Der Sonntag ist ja heut auch nicht sonnig…

      Die Geschichte allerdings auch nicht… ūüôĀ

      Trotzdem einen sch√∂nen Sonntag, ich schick nochmal einen mit ūüėČ
      Huggels, Eveline

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    2. Anne

      Ein so sch√∂ner Name f√ľr ein so dunkles Gem√§uer …

      Sch√∂nen Sonntagabend noch – und liebe Gr√ľ√üe
      Anne

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