Stoaheigler

Wetzsteinmacher
Foto ©helga-ingo.de
Stoaheigler (Wetzsteinmacher) – Brunnenfigur in Unterammergau

Bayerns schönste Geotope
Nummer 76 „Ammergauer Wetzsteinbrüche“
Hier findet Ihr jede Menge Informationen

Im 15. Jahrhundert wurde in Unterammergau nach Gold und Silber gesucht, gefunden wurden Wetzsteinschieferflöze. Das ist quarzhaltiges Kalkgestein, das mit Kieselsäure (für die schärfenden Eigenschaften) vermischt ist.

Es entstand ein ganz neuer Erwerbszweig, die Herstellung von Sensen-Wetzsteinen, der neben der Landwirtschaft betrieben wurde. Im Herbst zogen die Stoaheigler zu Fuß in die Brüche, um dort mit Meisel, Schlegel und Brechstangen die Platten herauszuschlagen. Brauchbar war nur 10% des gebrochenen Gesteins. Das feine Glitzern der Kieselhäuser winzig kleiner Sonnentierchen (Radiolaren) verriet den „echten“ Wetzstein. Mit Schlitten wurden die Platten zu den Schleifmühlen transportiert, wo sie mit Hilfe von Wasserkraft geschnitten und geschliffen wurden (bis 1840 mit der Hand) und das Etikett „Echter bayerischer Marmor-Wetzstein“ aufgebracht wurde. Bis zum Bau der Eisenbahn wurde per Loisachfloß versendet, vor allem in die Donauländer.
Um das Jahr 1800 gab es in Unterammergau 42 Wetzsteinbrüche und 21 Schleifmühlen, um 1850 sogar 32 Mühlen. Die künstliche Wetzsteinproduktion und die ersten Mähmaschinen läuteten allmählich den Niedergang des lohnenden Handwerks ein. Bis 1914 ernährten sich rund 50 Familien von der Wetzsteinmacherei, dann vernichtete ein Unwetter die meisten Mühlen und um 1950 kam das Gewerbe zum Erliegen.

6 Gedanken zu „Stoaheigler

  1. Eveline

    Den Begriff hab ich schon mal gehört, aber was dahintersteckt….
    Danke für die Fortbildung in Heimatkunde 🙂

    Soll mer an Schneemann auf’m Daniel bauen? 😉
    Huggels, Eveline

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  2. Quizzy

    Jetzt war ich bestimmt schon dreimal hier und jedesmal bin ich beim Kommentieren gestört worden … na ja, das kann mir jetzt mitten in der Nacht nicht passieren – ja, ich weiss schon, ich sollte nicht tagsüber im Büro meine Blogspaziergänge machen! 😉

    Und jetzt hab auch endlich kapiert, dass der Kerl da kein „Stoaheiliger“ sondern ein „Stoaheigler“ ist! Dabei wundere ich mich doch die ganze Zeit, warum einer als „Heiliger“ bezeichnet wird, wenn er Wetzsteine schleift … 😀

    Ein schöner Link ist das, ja, das WWW bildet ungemein! Ich werd mich da jetzt reinlesen und vielleicht macht mich ja die Lektüre so schläfrig, dass ich endlich ins Bett find!

    Liebe Grüße von der Nachteule
    Renate

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  3. Quizzy

    *kicher* … du hast ja deine Web-Uhr noch garnicht auf Winterzeit umgestellt! Muss ich doch gleich beim Engelbert für seine Liste ergänzen, damit du im Frühjahr dran erinnert wirst!

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  4. Kerstin

    Da war ich so viele Jahre als Kind in Unterammergau auf der Hüttn, aber des hab i ned gwusst! Na gut in dem Alter hat man andere Interessen *gg* – Jepp Internet bildet, find ich gut!
    Alles LIebe
    Kerstin

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